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VW: Winterkorn bleibt an der Spitze - Führungsduo beschädigt

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VW: Winterkorn bleibt an der Spitze - Führungsduo beschädigt

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VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (78) hat im Ringen an der Führungsspitze des Konzerns eine Schlappe erlitten. Trotz seiner Attacken bleibt Vorstandschef Martin Winterkorn (67) im Amt. Sein Vertrag soll nach Ende 2016 sogar verlängert werden.

An der Börse halten sich allerdings Zweifel an der Haltbarkeit der in einer Krisensitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums gefundenen Lösung.

Arthur Brunner, ICF Kursmakler, Frankfurt: “Laut dem Entscheidungsgremium des Aufsichtsrats ist Herr Winterkorn im Moment der richtige Mann an der Spitze. Allerdings: Ob er das noch in ein, zwei Jahren ist, das weiß man nicht. Ich glaube, hier hat Herr Piëch schon ein Tor, schon eine Tür zugeschlagen.”

Bei dem Krisentreffen des innersten Machtzirkels stand Piëch isoliert da, verlautete aus Konzernkreisen. Seine Familie hält gemeinsam mit dem Clan der Porsches 53,1 Prozent der VW-Stammaktien.

Piëch hatte in der Vergangenheit viele Machtkämpfe für sich entschieden. Winterkorns Vorgänger Bernd Pischetsrieder hatte sich nur vier Jahre lang gehalten. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking überstand eine misslungene Aufkauf-Attacke gegen VW – mit Rückendeckung von Piëch-Cousin Wolfgang Porsche – nicht.

Piëch vorerst letzter Kampf um die Zukunft Volkswagens hatte vor einer Woche im “Spiegel” begonnen, mit den Worten: “Ich bin auf Distanz zu Winterkorn.”

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer: Die geplante Vertragsverlängerung sei nur ein “Etappensieg” für Winterkorn und ein Signal, “um zunächst einmal wieder Ruhe in den Konzern zu bringen”. Aber “noch ist ja kein Vertrag unterzeichnet. Piëch wird sich das bis dahin weiter genau angucken.”

In der Sache geben viele Kritiker Piëch recht: Die Marke Volkswagen hat gewaltige Probleme. In Europa arbeiten andere rentabler. Auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt, in den USA, bricht der Verkauf ein, weil VW die passenden Modelle fehlen.

su mit dpa