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700 tote Flüchtlinge nach Bootsunglück vor libyscher Küste befürchtet

21 Leichen wurden geborgen, 28 Menschen wurden gerettet.

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700 tote Flüchtlinge nach Bootsunglück vor libyscher Küste befürchtet

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Ein Boot mit Flüchtlingen ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem Mittelmeer gekentert. Der Unfall ereignete sich auf dem Seeweg zwischen Libyen und Lampedusa, 110 Kilometer vor der Libyschen Küste.

Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR befürchtet, könnten dabei über 700 Menschen ums Leben gekommen sein. 21 Menschen wurden bereits tot geborgen, 28 weitere wurden von einem vorbeifahrenden Schiff gerettet.

In einem Bericht der Times of Malta heißt es, die Flüchtlinge könnten den Unfall selbst verursacht haben, indem sie sich alle auf einer Seite des Bootes begaben und es damit zum Kentern brachten.

Die italienische Insel Lampedusa liegt näher an Afrika als am italienischen Festland. Nur wenige hundert Kilometer müssen Flüchtlinge auf dem Meer zurückliegen, bis sie europäischen Boden erreichen. Ein Risiko bleibt dennoch, doch gerade bei gutem Wetter wie in den vergangenen Tagen wagen viele die Überfahrt.

11.000 Flüchtlinge, so schätzen Experten, sind allein in der vergangenen Woche nach Italien übergesetzt. Immer wieder kommt es aber zu schweren Unglücken, vor allem weil die Boote stark überladen sind. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem Bootsunglück vermutlich 400 Flüchtlinge ertrunken. Seit Jahresbeginn gab es laut UNHCR mindestens 900 Tote.