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Flüchtlingsdrama vor Libyen: Über 900 Tote befürchtet

Nach einem der folgenschwersten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer befürchten die italienischen Behörden weiter steigende Opferzahlen. Ein voll

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Flüchtlingsdrama vor Libyen: Über 900 Tote befürchtet

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Nach einem der folgenschwersten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer befürchten die italienischen Behörden weiter steigende Opferzahlen.

Meinung

Unsere Priorität ist die menschliche Würde gefolgt von der nationalen Sicherheit und dem Stopp des Menschenhandels

Ein voll besetztes Fischerboot war in der Nacht zum Sonntag etwa 130 Kilometer vor der libyschen Küste gekentert.

Nach Angaben eines Überlebenden sollen 950 Menschen an Bord gewesen sein.

Bislang konnten im Rahmen einer großangelegten Suchaktion mehr als zwei Dutzend Menschen Menschen gerettet werden.

24 Leichen wurden geborgen.

Das zweite schwere Unglück im Mittelmeer innerhalb von nur einer Woche löste heftige Kritik an der EU-Flüchtlingspolitik aus.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi stellte die Schlepperbanden im Mittelmeerraum. an den Pranger:

“Unsere Priorität, eine politische Priorität, ist die menschliche Würde, gefolgt von der nationalen Sicherheit und dem Stopp des Menschenhandels. Die modernen Sklavenhändler sollen nicht denken, dass das Problem der Flüchtlingsströme in Europa bei uns nicht ganz vorne auf der Agenda steht.”

Nach Angaben des überlebenden Passagiers aus Bangladesch seien viele seiner Schicksalsgenossen zum Zeitpunkt des Kenterns im Laderaum des Schiffes eingeschlossen gewesen. Unter den Flüchtlingen seien auch viele Frauen und Kinder gewesen.

Laut Augenzeugen sollen die meisten Opfer aus mehreren afrikanischen Ländern und aus Bangladesch stammen.

Die EU-Außenminister wollen am Montag bei ihrem Treffen in Luxemburg über Konsequenzen aus den jüngsten Unglücken beraten.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi setzt sich für
einen baldigen EU-Sondergipfel zu dem Thema ein.