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Jesus oder nicht Jesus? Umstrittenes Grabtuch in Turin ausgestellt

Millionen Besucher werden erwartet. Wissenschaft streitet weiterhin über Echtheit des Tuchs.

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Jesus oder nicht Jesus? Umstrittenes Grabtuch in Turin ausgestellt

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Ein blasser Fleck, der ein Gesichtsabdruck von Jesus sein könnte: Seit heute ist das angebliche Grabtuch Jesu im norditalienischen Turin zu sehen.

Meinung

Ich glaube daran, dass es echt ist, weil es mich so stark bewegt.

Fünf Jahre sind vergangen, seit das Tuch das letzte Mal ausgestellt wurde. Die Zweifel an der Echtheit konnten Wissenschaftler seitdem nicht ausräumen. Und das, obwohl das Grabtuch einen eigenen Forschungszweig begründet hat: die Sindologie.

Es herrscht noch keine Einigkeit in der Wissenschaft”, sagt der Erzbischof von Turin, Cesare Nosiglia, “aber die Kirche hat auch keine Einwände gegen die weitere Erforschung des Tuches. Das Wesentliche ist sowohl für die Pilger, als auch für die Kirche, dass die Menschen in ihren Herzen eine unaufhörliche Erinnerung an die Taten Jesu fühlen.”

Radiokarbon-Untersuchungen datieren das Tuch auf das 13. bis 14. Jahrhundert – nach Christus. Aber auch diese Untersuchung ist umstritten – Kritiker meinen, die Probe könnte verunreinigt sein.

Vor fünf Jahren besuchte auch der damalige Papst Benedikt das Grabtuch. Und die Zweifel an der Echtheit hielten damals zweieinhalb Millionen Menschen nicht davon ab, das Tuch anzuschauen. Vermutlich wird es diesmal nicht anders sein.

“Seitdem ich es das erste Mal gesehen habe, glaube ich daran, dass es echt ist. Weil es mich jedes Mal so stark bewegt”, sagt diese Frau.

“Es ist ein sehr bewegendes und einmaliges Erlebnis”, sagt eine andere Besucherin. “Ich hoffe wirklich, dass die jungen Leute es verstehen und mit ihrem Herzen betrachten können.”

4600 Freiwillige helfen dabei, die Millionen Besucher zu betreuen. Zusätzlich sorgen Sicherheitskräfte dafür, dass dem Tuch nichts passiert. Noch bis 24. Juni kann jeder das wertvolle Stück Stoff anschauen. Auch der Papst will kurz vor Ende der Ausstellung am 21. Juni nach Turin reisen.