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Zypern: Hoffnung auf Wiedervereinigung wächst

Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sollen wieder aufgenommen werden. 2015 werde ein “entscheidendes Jahr” in der Zypernfrage sein

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Zypern: Hoffnung auf Wiedervereinigung wächst

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Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sollen wieder aufgenommen werden. 2015 werde ein “entscheidendes Jahr” in der Zypernfrage sein, sagte der UN-Sondergesandte Espen Eide in Nikosia. Die Verhandlungen waren wegen Streitigkeiten um Gasvorkommen im Meer südlich von Zypern unterbrochen worden.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Auf einen griechischen Putsch reagierte die Türkei mit einer Militärintervention im Norden des Landes. Die Insel war fortan geteilt. Der nördliche Teil wird von türkischen Zyprern bewohnt und der südliche Teil von griechischen Zyprern. Laut UN-Schätzungen flüchteten 165.000 griechische Zyprer aus dem Norden und 45.000 türkische Zyprer aus dem Süden.

Im vergangenen November feierte der türkische Teil den 31. Jahrestag der Türkischen Republik Nordzypern, die nur von Ankara anerkannt wird.

Die Inselbewohner haben seit Jahrzehnten an einer Lösung des Konfliktes mithilfe der Vereinten Nationen gearbeitet, doch ohne den durchschlagenden Erfolg. Im April 2004 wurde ein Referendum des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan in beiden Teilen des Landes zur Abstimmung gebracht. Für das Referendum stimmte die Mehrheit der türkischen Zyprer, doch der griechische Teil stimmte dagegen. Die Mittelmeerinsel blieb geteilt und trat im Mai 2004 der EU bei.

Die Hoffnung auf Versöhnung stieg im März 2008, als die Ledra-Straße in der Altstadt
von Nikosia zum ersten Mal seit Jahrzehnten
geöffnet wurde. Es war ein symbolischer Durchbruch.

Im Februar vergangenen Jahres erklärten dann Zyperns Präsident Nikos Anastasiades und der türkische Nationalist Derviş Eroğlu, eine Wiedervereinigung anzustreben. Aber die Verhandlungen endeten nur wenige Monate später. Grund waren Streitigkeiten um die gigantischen Erdgasfelder, die 2011 südlich der Insel entdeckt worden waren.
Die griechischen Zyprer beschuldigten die Türkei, die Erkundung der Reserven allein voranzutreiben.

Seit die Türkei ihr Forschungsschiff aus den Gewässern vor Zypern abgezogen hat, haben sich die Gemüter beruhigt. Nun scheinen beide Seiten bereit für ein neues Kapitel in den Verhandlungen. Sollten diese wieder aufgenommen werden, wäre das ein großer Schritt in Richtung eines vereinten Zyperns.