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"Es gibt jetzt einen Wind of Change"

Die anstehende Stichwahl in Nordzypern könnte weitreichende Veränderungen bringen, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Okan Şafaklı im Interview mit euronews.

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Als klarer Favorit war Derviş Eroğlu in die Präsidentschaftswahlen der international nicht anerkannten Republik Nordzypern gegangen, dann kam die Überraschung: Konkurrent Mustafa Akıncı lag nur zwei Prozentpunkte hinter dem amtierenden Präsidenten Eroğlu. Für die Nordzyprer heißt das, sie müssen am nächsten Sonntag noch einmal abstimmen.

Eine Entscheidung zwischen “Weiter so” und “Wechsel”, sagt Okan Şafaklı von der Europäischen Universität Lefke.

Şafaklı: Nordzypern belegt weltweit den zweiten Platz bei der Vetternwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit ist chronisch. Das haben die Menschen satt. Jetzt gibt es einen “Wind of Change”, einen Geist der Veränderung. Eroglus Konkurrent Akinci verkörpert diese Bewegung, eine Hoffnung darauf, dass die Probleme gelöst werden.

Die Probleme gehen aber über die Innenpolitik hinaus. Die Insel ist seit 41 Jahren faktisch in einen türkischen Norden und einen griechischen Süden geteilt.

Şafaklı: Wenn diese Insel nicht zu einer Insel des Friedens wird, werden beide Teile sich nicht vollständig in die internationale Staatengemeinschaft integrieren und sich nicht nachhaltig entwickeln können. Wie Sie wissen, halten beide Seiten die derzeitige Situation für “nicht tragbar”.

Der Geist der Veränderung, er hat also Zypern erfasst. Wie die Stichwahl am Sonntag auch ausgeht, manche Beobachter rechnen damit, dass jeder der Kandidaten den Friedensprozess zwischen Norden und Süden ernsthafter vorantreiben würde.

Den Blick auf die Wahlen von der griechischen Seite Zyperns lesen Sie hier .