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Musik ohne Grenzen

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Er ist einer der bekanntesten Ney-Flöten-Spieler der Welt: Kudsi Erguner ist ein Meister der traditionellen Musik der Mevlevi-Sufisten. Während des

Er ist einer der bekanntesten Ney-Flöten-Spieler der Welt: Kudsi Erguner ist ein Meister der traditionellen Musik der Mevlevi-Sufisten. Während des Internationalen Mugham Festivals in Aserbaidschan sprach Kudsi Erguner mit Euronews über die tradionelle Musik der Sufisten und ihrer modernen Interpretation.

Erugner: “Aus einem modernen Blickwinkel betrachtet gibt es einen neuen Electric Dance Sufismus. Der Sufismus ist in der Tat näher am Techno. Stärker vom Westen beeinflusste Menschen in muslimischen Staaten haben den Enthusiasmus übernommen. Sie sehen, wie Menschen sich drehen, Menschen, die die Ney spielen, Menschen die die Sufi-Musik fühlen, aber was noch wichtiger ist, sie interessieren sich für Mystik, während ihre Tradtionen ihnen keine Verbindung dazu bietet.”

Erguner, der in den 70ern nach Paris zog um Architektur zu studieren, hat bereits mehr als 200 Alben veröffentlicht. Seit 20 Jahren komponiert er zudem Filmmusik.

Auf einem seiner jüngsten Alben “Islam und Blues” verbindet er arabische Gedichte mit Flamencomusik. Das Projekt wurde vom spanischen Kulturministerum unterstützt.

Erugner: “Wir sprechen über Mystik oder Sufismus. Diese Mystik existierte bereits in Andalusien während der islamischen Periode. Ein großartiges Besipiel dafür ist Ibn Arabi. Flamenco-Spieler lesen seine Gedichte während wir sie in arabisch lesen. Deshalb ist es nicht nur unser Ziel, den Flamenco mit unserer Musik zu verbinden. Wir wollten zeigen, dass unser kulturelles Erbe von Spanien bis Indien reicht, über unsere politischen Grenzen hinweg. Wir wollten hervorheben, dass es sehr weit reicht und so sollte es sein.”

Seine mehr als 40-jährige Karriere und sein voller Terminkalender haben ihm gezeigt, dass Kulturen keine Grenzen kennen.

Erugner: “Natürlich, die kulturellen Grenzen unterscheiden sich sehr von den politischen. Leider versuchen die Regierungen mit ihrer nationalistischen Sichtweise eine Kultur innerhalb der Grenzen ihres Landes zu halten. Aber wir spielen auch Musik, die von Griechen komponiert wurde, es gibt auch armenische Komponisten, unsere Armenier. Wenn man zum Beispiel die Werke von Tatyos Ekserciyan oder Hampartsoum aus Istanbul entfernen würde, gäbe es nicht mehr so etwas wie “unsere Musik”.