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Prozessauftakt gegen Rechtsextreme in Griechenland

In Athen hat der Prozess gegen Mitglieder der rechtsextremen Partei “Goldene Morgendämmerung” begonnen. In der Nähe des Gerichts demonstrierten

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In Athen hat der Prozess gegen Mitglieder der rechtsextremen Partei “Goldene Morgendämmerung” begonnen. In der Nähe des Gerichts demonstrierten Gegner und Unterstützer.

Zu den 69 Angeklagten gehört auch der Generalsekretär der Partei, Nikos Michaloliakos. Da einer der Beschuldigten keinen Verteidiger vorwies, wurde die Verhandlung nach wenigen Minuten auf den 7. Mai vertagt. In dem Prozess geht es um den Mord am Musiker Pavlos Fyssas sowie den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

“Unabhängig von politischen Aspekten: Wenn sie ein Verbrechen begangen haben, müssen sie bestraft werden. Wenn ich ein Verbrechen begangen hätte, würde ich auch bestraft werden”, so Naim Elgkantour, Vorsitzender der muslimischen Gemeinde in Griechenland.

“Der Prozess beginnt mit unterschiedlichen Ansichten über dessen Rechtmäßigkeit”, sagt der Verteidiger Evangelos Galetzas. “Es werden zwei Fälle vermengt: Der Vorwurf der Aktivität einer kriminellen Vereinigung und der Mord an Pavlos Fyssas.”

Fyssas soll im September 2013 von einem Mitglied der “Goldenen Morgendämmerung” erstochen worden sein.

euronews-Reporter Kostas Tsellos kommentiert:
“Erstmals in der jüngeren griechischen Geschichte steht die gesamte Führungsriege einer im Parlament vertretenen Partei vor Gericht. Die ‘Goldene Morgendämmerung’ erhält immer noch beträchtlichen Zuspruch der Wähler. Der Ausgang des Verfahrens könnte für ein Erdbeben in der politischen Landschaft sorgen.”

Bei der Parlamentswahl im Januar wurde die “Goldene Morgendämmerung” mit 6,3 Prozent der Stimmen (16 Sitze) drittstärkste Kraft in Griechenland. 2012 war die Partei erstmals ins Parlament eingezogen und hatte damals 6,9 Prozent der Stimmen und 18 Sitze erhalten.