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Sizilien: Besatzungsmitglieder des gekenterten Flüchtlingsschiffes in Haft

27 der 28 Überlebenden der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind am späten Montagabend im Hafen der sizilianischen Stadt Catania eingetroffen

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Sizilien: Besatzungsmitglieder des gekenterten Flüchtlingsschiffes in Haft

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27 der 28 Überlebenden der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind am späten Montagabend im Hafen der sizilianischen Stadt Catania eingetroffen.

Meinung

Die italienische Justiz hat schnell reagiert

Sie waren an Bord eines Schiffes der italienischen Küstenwache.

Ein weiterer Überlebender war bereits zuvor in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen geht in dem Fall nach Befragungen von Augenzeugen insgesamt von rund 800 Todesopfern aus.
Zuvor waren bis zu 950 Opfer befürchtet worden.

Zwei Besatzungsmitglieder des vor der libyschen Küste gekenterten Flüchtlingsschiffes wurden verhaftet. Es handelt sich um den tunesischen Kapitän und einen Syrer.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio nahm die Überlebenden in Catania in Empfang:

“Den Festgenommenen wird unter anderem Menschenhandel und fahrlässige Tötung angelastet. Wie sie sehen, hat die italienische Justiz schnell reagiert.”

Vor einem Strand der griechischen Insel Rhodos zerschellte unterdessen ein Flüchtlingsschiff. Mindestens drei Menschen starben, 93 weitere wurden gerettet.

Die EU will die Seenothilfe jetzt massiv ausweiten. Bei einem Krisentreffen der Außen- und Innenminister in Luxemburg wurden Pläne für die Verdoppelung der Mittel für die EU-Programme Triton und Poseidon auf den Weg gebracht.

Sie sollen den Einsatz von deutlich mehr Schiffen ermöglichen und am Donnerstag einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs vorgelegt werden.

Neben der Ausweitung der Seenotrettung könnten künftig gezielt von Schleppern genutzte Schiffe beschlagnahmt und zerstört werden.

Der Druck auf die EU wächst ständig: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Palermo auf Sizilien warten in Libyen bis zu eine Million Flüchtlinge auf die Überfahrt nach Europa.

Angesichts der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer forderte EU Parlamentspräsident Martin Schulz mehr Möglichkeiten zur legalen Einwanderung und eine europäische Quotenregelung für die Aufnahme von Flüchtlingen. “Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir weitere solche Tragödien erleben”, sagte Schulz der “Passauer Neuen Presse”.