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Türkei plant Gedenkveranstaltung zum Tod hunderttausender Armenier im ersten Weltkrieg

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat eine Gedenkveranstaltung im Namen hunderttausender Armenier angekündigt, die im ersten Weltkrieg

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Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat eine Gedenkveranstaltung im Namen hunderttausender Armenier angekündigt, die im ersten Weltkrieg bei Deportationen des osmanischen Reichs ums Leben kamen. Armenien spricht von bis zu 1,5 Millionen damals Ermordeten, die Türkei eher von Kriegstoten.

Es wird die erste offizielle türkische Gedenkveranstaltung zu dem Thema sein. “Wir gedenken damit der osmanischen Armenier, die ihr Leben verloren, und wir drücken ihren Enkelkindern unser Mitgefühl aus”, so Regierungssprecher Bülent Arınç. “Es ist eine historische und humanitäre Pflicht für die Türkei, das Andenken und kulturelle Erbe der osmanischen Armenier anzunehmen.”

Die Gedenkveranstaltung ist ein Zugeständnis an Armenien, andere Staaten und viele internationale Kritiker im dem Streit um Einordnung und Benennung der historischen Vorgänge.

Papst Franziskus sprach bei seinem jüngsten Besuch in der Türkei von einem “Genozid” und überschritt damit aus Sicht der Türkei eine Grenze. “Die Geistlichen dieses Jahrhunderts sollten den Schmerz von vor hundert Jahren in der Vergangenenheit lassen”, so der Chef des Amtes für Religionsfragen, Mehmet Görmez. “Natürlich können sie auf diese Ereignisse eingehen, das kritisiere ich nicht. Aber sie sollten die Geschichte richtig interpretieren und nicht unter dem Einfluss politischer Lobbys handeln.”

Auch die deutsche Bundesregierung ringt mit der Benennung. Derzeit beraten die Regierungsfraktionen über eine Formulierung, die die Ermordungen als ein Beispiel der Völkermorde und anderer Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts umschreiben.