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Armenische Gemeinde in Istanbul gedenkt der Opfer von 1915

Gedenken an die Opfer des Völkermordes auch in der Istanbuler Mutter-Maria-Kirche des Patriacharts. An dem Gottesdienst nahm auch der türkische

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Armenische Gemeinde in Istanbul gedenkt der Opfer von 1915

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Gedenken an die Opfer des Völkermordes auch in der Istanbuler Mutter-Maria-Kirche des Patriacharts. An dem Gottesdienst nahm auch der türkische EU-Minister Volkan Bozkir teil. Zusammen mit fast 100 Nachfahren ermordeter Armenier gedachte die Gemeinde der Toten. Wenig später wurden vor Häusern der damals Vertriebenen Blumen niedergelegt.

“Für uns ist es ein wichtiges Datum des Friedens”, erklärt Gemeindevorsteher Tatul Anusjan. “Wir lernen aus der Trauer und wollen nicht die gleichen Fehler wiederholen. Das ist eine Aufgabe für jeden Einzelnen. Es ist für das gesamte Land wichtig, denn es ist eine Geburtsstätte vieler Zivilisationen. Wir müssen dem Rest der Welt zeigen, von welcher Zivilisation wir abstammen.”

Für viele Menschen ist es nicht nur ein Tag des Gedenkens. Sie hoffen, dass Gräben überwunden werden können. Casmin Karaca, der seine Großeltern im Ersten Weltkrieg verloren hatte, sagte:

“Meine Großeltern starben damals und wir trauern um sie. Wenn wir uns heute in der Türkei und der Welt umschauen, dann müssen die Menschen uns Armenier verstehen. Man sollte sich diesem Thema richtig nähern und es nicht für eigene Zwecke missbrauchen.”

Die Nachfahren der Opfer wünschen sich aber auch Versöhnung mit den Tätern von damals.

euronews-Reporter Bora Bayraktar:
“Es war der große Gedenkgottesdienst in der Mutter-Maria-Kirche. Zum ersten Mal in der Geschichte der Türkei wurde dieser in Anwesenheit eines Ministers abgehalten. Die Regierung versucht damit ihre Position zu stärken, indem sie sagt: ‘Wir haben kein Problem mit den Armeniern und das ist eine normale Trauer.’ “