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"Einigung steht kurz bevor" - Yanis Varoufakis im euronews-Interview

Am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Riga hat der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis euronews ein exklusives Interview gegeben

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"Einigung steht kurz bevor" - Yanis Varoufakis im euronews-Interview

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Am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Riga hat der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis euronews ein exklusives Interview gegeben.

euronews: Kein guter Tag heute für die Eurogruppe. Haben sich mit den erneuten Meinungsverschiedenheiten in Riga alle weiteren Verhandlungen erledigt?

Yanis Varoufakis: “Ich denke, wir stehen kurz vor einer Vereinbarung. Wichtig ist es nun, es richtig anzustellen. Wir dürfen nicht irgendein Dokument unterzeichnen, nur um eine Einigung zu erzielen. Wir müssen ein geniales und entwicklungsfähiges Model für Griechenland auf die Beine stellen, so das unser Land aus den Schlagzeilen kommt.”

euronews: Ein Finanzminister ließ in der Runde verlauten, würden die Verhandlungen scheitern, müsse wohl der Plan B auf den Tisch: der Austritt aus dem Euro.

Varoufakis: “Es stimmt. Einer meiner Kollegen war wohl, vielleicht aus einem Gefühl der Frustration, etwas unachtsam. Meine Antwort darauf war: es gibt keinen Plan B, es kann keinen Plan B geben. Jeder Verweis auf einen Plan B wäre höchst anti-europäisch und wäre entgegen der Interessen des Landes des betreffenden Kollegen.”

euronews: Aber Griechenland kann nicht um die Tatsache herum, das es immer wieder unter großen Liquiditätsproblemen leidet.

Varoufakis: “Die Tatsache, dass wir in den vergangenen Jahren regelmäßig größere Tranchen an finanziellen Hilfen erhalten haben, hat nur noch mehr Öl ins Feuer geschüttet. Wichtig ist jetzt, dass wir diesen Teufelskreis durchbrechen. Wenn das bedeuten würde, dass wir eine Zeit lang sehr intensive Verhandlungen und Liquiditätsprobleme haben, dann sei es so. Das wäre aber ein Investment in eine bessere Zukunft für Griechenland und Europa.”

euronews: Offenbar sind die Beziehungen zu den anderen Euroländern strapaziert. Wie sieht es denn mit der Atmosphäre in der Eurogruppe aus?

Varoufakis: “Wir sind alle Erwachsene und Kollegen, die sich respektieren. Wir mögen uns. Die Tatsache, das es politische Differenzen gibt und die Gespräche manchmal sehr intensiv geführt werden, bedeutet nicht, dass wir persönlich keine guten Beziehungen zueinander pflegen.”