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Ende der Schonfrist: Euro-Finanzminister kritisieren griechischen Kollegen Varoufakis öffentlich scharf

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Ende der Schonfrist: Euro-Finanzminister kritisieren griechischen Kollegen Varoufakis öffentlich scharf

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Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis muss sich öffentlich scharfe Kritik seiner Euro-Kollegen gefallen lassen – weil er immer noch keine detaillierte Reformliste beigebracht hat.

Zwar gebe es offenbar positive Entwicklungen, aber inhaltlich liege man noch weit auseinander, sagte Dijsselbloem nach einem Treffen der Euro-Finanzminister im lettischen Riga – ohne Einigung. Athen müssen schneller arbeiten.

Jeroen Dijsselbloem – Chef der Eurogruppe:

“Eine umfassende und detaillierte Liste der vereinbarten Reformen ist eine notwendige Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss der laufenden Überprüfung.
Wir alle wissen, dass es knapp wird. Zu viel Zeit ist in den vergangenen zwei Monate verloren gegangen. Deshalb ist klar, dass die Diskussion deutliche Fortschritte machen muss.”

Verantwortlich für die verplemperte Zeit seien hauptsächlich die griechischen Behörden.
Der niederländische Ressortchef betonte, dass ohne umfassende und abgesegnete Reformliste die blockierten Finanzhilfen (7,2 Milliarden Euro) nicht ausgezahlt würden. Sie stünden nur noch bis Ende Juni zur Verfügung.

Auch die Kollegen nahmen kein Blatt vor den Mund. “Ich fordere jetzt dringend, dass wir Ergebnisse
auf den Tisch bekommen, die entscheidungsreif sind”, sagte der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. Ein “Grexit” oder Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei gar nicht möglich. “Es gibt gar kein Ausscheiden aus dem Euro, nur aus der Europäischen Union.”

“Wir hören ja, dass intensiv gearbeitet wird. Wir hören, dass es noch nicht so weit ist”, so der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der lettische Finanzminister Janis Reirs sagte: “Wir raten
Griechenland, die vereinbarten Bedingungen zu erfüllen und an strukturellen Reformen und Maßnahmen zur Verringerung des Budgetdefizits festzuhalten.”

Yanis Varoufakis äußerte sich zunächst nicht in Riga, berichtete aber in seinem "Internet-Blog" , die “derzeitigen Meinungsunterschiede seien nicht unüberbrückbar”.

Die griechische Regierung braucht im Mai rund 2,5 Mrd. Euro. Dijsselbloem und die Minister der Eurozone treffen sich das nächste Mal am 11. Mai in Brüssel.

su mit Reuters