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Kritik nach EU-Sondergipfel

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben bei ihrem Sondergipfel zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer nicht genug beschlossen. Darin sind sich die

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Kritik nach EU-Sondergipfel

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Die EU-Staats- und Regierungschefs haben bei ihrem Sondergipfel zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer nicht genug beschlossen. Darin sind sich die Kritiker der EU-Migrationspolitik einig. Zwar will die Europäische Union mehr Geld zur Rettung von Flüchtlingen ausgeben und den Kampf gegen Schleuser verschärfen, aber ein neues Seenotrettungsprogramm soll es nicht geben.

Gemma Parking von der Hilfsorganisation “Save the children” hält die EU-Maßnahmen für nicht ausreichend: “Europa hat nur einen kleinen Schritt weg vom moralischen Abgrund gemacht. Rettungskapazitäten sollen ausgebaut und Hilfsmittel aufgestockt werden. Aber es ist unklar, über welches Gebiet sich die Seenotrettung erstrecken soll. Die Suche und Rettung sollte immer Vorrang vor Verschärfung von Grenzkontrollen haben.”

Viele Frachtschiffe sind in die Seenotrettung eingebunden, so wie die Maersk Regensburg. Anfang April hatte die Schiffscrew mehr als 400 Flüchtlinge aus dem Wasser geholt.

Kapitän Lewington befürchtet: “Wenn die EU ein 30-Meilen-Limit für Rettungseinsätze festlegt, dann hat das nur wenig Auswirkungen auf das Gebiet, in dem die meisten Rettungen stattfinden.”

Gerettet wird, wer sich in Seenot befindet. Doch auch die Frachter kommen langsam an ihre Grenzen. Der Schiffskapitän mahnt: “Es wird mehr Rettung nötig sein, egal ob wir dabei sind oder nicht. Es muss was getan werden, aber nicht nur durch die Hilfe von Containerschiffen.”

Flüchtlingsorganisationen hatten immer wieder die Schaffung legaler Fluchtwege nach Europa gefordert. Doch die EU konnte sich darauf bislang nicht verständigen. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem weiteren Sondergipfel zusammen mit der Afrikanischen Union.