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Tausende gedenken in Armenien und auch in Istanbul des 100. Jahrestages der Massaker

An diesem 24. April gedenken die Armenier des 100. Jahrestags der Massaker an ihren Vorfahren. Auch am Abend legen weiter Menschen Blumen am Mahnmal für die Opfer der Gräuel in der armenischen Haupt

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Tausende gedenken in Armenien und auch in Istanbul des 100. Jahrestages der Massaker

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An diesem 24. April gedenken die Armenier des 100. Jahrestags der Massaker an ihren Vorfahren. Auch am Abend legen weiter Menschen Blumen am Mahnmal für die Opfer der Gräuel in der armenischen Hauptstadt Eriwan nieder, wie schon den ganzen Tag. Schätzungen von Historikern zufolge kamen damals rund anderthalb Millionen Menschen ums Leben.

Armeniens Präsident Sersch Sarkissjan forderte erneut alle Länder dazu auf, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. An der Zeremonie am heutigen Tag nahmen auch zahlreiche internationale Gäste teil, darunter auch der französische Präsident François Hollande und Kremlchef Wladimir Putin. Die beiden Länder haben große armenische Gemeinden und beide Länder erkennen den Genozid an.

Auch in Istanbul haben heute Tausende Menschen für die Anerkennung der Gräueltaten an den Armeniern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich als Völkermord demonstriert. Der Protestmarsch zog am Freitagabend durch die zentrale Einkaufsmeile Istiklal Caddesi. Er endete kurz vor dem Taksim-Platz, den die Polizei gegen Demonstranten abgeriegelt hatte. Ebenfalls in Istanbul demonstrierten empörte nationalistische Türken, die den Begriff Genozid als amerikanische Propaganda bezeichneten.

Bis heute weigert sich die Türkei, den Massenmord, der 1915 begann, als Völkermord anzuerkennen. Es habe zwar Hunderttausende Tote geben, diese seien aber Opfer von Bürgerkrieg und Unruhen gewesen, nach einem Aufstand der Armenier. Eine vorsätzliche und systematische Vernichtung der Minderheit habe es nicht gegeben, so die offizielle Haltung.