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Unbekannte Schätze: Baku schlägt Brücken in zeitgenössischer Musik

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Unbekannte Schätze: Baku schlägt Brücken in zeitgenössischer Musik

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Von berühmter moderner Musik bis hin zu noch unbekannten Schätzen von heute: Das 6. Internationale Festival für zeitgenössische Musik in Baku

Von berühmter moderner Musik bis hin zu noch unbekannten Schätzen von heute: Das 6. Internationale Festival für zeitgenössische Musik in Baku präsentiert das vielfältige Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts.

Meinung

Man muss diese Arie so singen als ob man selbst der Wein ist. Es ist die Seele des Weins, die spricht.

Das Festival wurde nach Qara Qarayev benannt, der bei keinem geringeren als Dimitri Schostakowitsch sein Handwerk lernte und zum wichtigsten Komponisten des Landes avancierte.

Sein Sohn führt mit dem Festival das Erbe seines Vaters weiter. Faraj Qarayev: “Als er bereits ein berühmter Maestro in der früheren Sowjetunion war und viel erreicht hatte, ging er trotzdem das Risiko ein, seinen Stil radikal zu ändern. Er begann, die Zwölftontechnik zu unterrichten – eine Musik, die damals nur wenig gehört wurde.”

Ein wichtiger Vertreter der Zwölftonmusik war Alban Berg, mit dessen Werken sich Qarayev intensiv auseinandersetzte. Auf dem Festivalprogramm: Bergs Konzertarie “Der Wein”. Sopranistin Farida Mamedova ist begeistert: “Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses schwere und selten aufgeführte Stück zeigen konnte. Man muss diese Arie so singen als ob man selbst der Wein ist. Es ist die Seele des Weins, die spricht. Es ist ein spannendes Bild, das man kreieren muss.”

Aber auch zeitgenössische aserbaidschanische Komponisten erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Kreationen vorzustellen. Das Schweizer “Ensemble Écoute” war von diesem kulturellen Austausch begeistert. “Es ist eine sehr, sehr spezielle Möglichkeit künstlerische Begegnungen zu vertiefen und unglaubliche kreative Ideen in Geltung zu bringen. Wir haben mit den Komponisten persönlich gearbeitet”, so Flötistin Avital Cohen.

Das nächste Festival findet in drei Jahren statt, wenn das Land Qara Qarayevs 100. Geburtstag feiert.