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Deutsche Bank vor mageren Jahren: Darf's von allem etwas weniger sein?

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Deutsche Bank vor mageren Jahren: Darf's von allem etwas weniger sein?

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Die Deutsche Bank will in den kommenden Jahren vor allem schrumpfen und sparen. So sollen von den 700 Filialen in Deutschland bis 2017 nur noch 500 übrig sein. Wieviele Jobs wegfallen, ließen die beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen offen. Ende 2014 zählte der Konzern gut 98 000 Vollzeitstellen.

Die Tochter Postbank soll verkauft und bis Ende nächsten Jahres an die Börse gebracht werden. Das Investmentgeschäft wird abgespeckt, vor allem der Handel mit Rohstoffen und riskanten Derivaten. Die Bank will sich zudem aus bis zu zehn Ländern ganz oder zum Teil zurückziehen und sich in Europa auf nur noch fünf Länder konzentrieren – zusätzlich zum Heimatmarkt Deutschland. In den kommenden fünf Jahren will sie so 3,5 Milliarden Euro sparen. Der geplante Konzernumbau “Strategie 2020” kostet zunächst allerdings etwa 3,7 Milliarden Euro.

Jürgen Fitschen: “Wir werden nicht mehr versuchen, alles für jeden zu sein.” Das Institut bleibe aber eine Universalbank.

Die Pläne für die Neuaufstellung kamen bei Anlegern an der Börse vorerst nicht gut an. Manche hatten gehofft, dass das Privatkundengeschäft abgespalten und das Institut in eine Filial- und Investmentbank zerlegt wird. Die Deutsche-Bank-Aktie fiel zeitweise um über fünf Prozent unter die Marke von 30 Euro und war Tagesverlierer im Deutschen Aktienindex Dax .

Ihr lange verteidigtes Renditeziel von zwölf Prozent nach Steuern gaben die beiden Co-Chefs auf. Künftig werden mindestens zehn Prozent angepeilt – aktuell schafft die Bank gerade mal drei Prozent. “Wir haben zahlreiche Rückschläge erlebt”, sagte Jain: “Es steht außer Zweifel, dass wir mehr hätten tun und mehr hätten erreichen können.” Ein Rücktritt sei für sie aber kein Thema, so Jain und Fitschen.

su mit Reuters