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Nepal: "Die Katastrophe hat unserer Wirtschaft einen massiven Schlag versetzt"

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Nepal: "Die Katastrophe hat unserer Wirtschaft einen massiven Schlag versetzt"

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Als die Welt noch in Ordnung war, war Nepal auch schon ein armes Land, politisch im Dauerstress:

“Ausnahmezustand, Bürgerkrieg, Sturz des Königs, politische Blockaden: Nepal kommt nicht zur Ruhe. In den vergangenen Jahren geriet der Friedensprozess immer wieder ins Stocken und der Himalayastaat an den Rand der Unregierbarkeit. Die politische Dauerkrise hemmt die wirtschaftliche Entwicklung des Landes erheblich,” so das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin. Nach der Erdbeben-Katastrophe mit mindestens 3.000 Toten und tausenden Verletzten funkt das Land auch wirtschaftlich “SOS”.

“Was wir verloren haben” – 717 Dollar (653 Euro)Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, an dem schon bisher ein Viertel der Bevölkerung – die extrem Armen mit weniger als 1,25 US-Dollar (1,14 Euro) pro Tag ("Weltbank" ) – kaum Anteil hatte, 800.000 Touristen als wichtigste Devisenquelle – all das, so Nepals Finanzminister Ram Sharan Mahat, sei ohne Unterstützung durch das Ausland nicht wieder herzustellen. “Die Katastrophe hat unserer Wirtschaft einen massiven Schlag versetzt, und wir verfügen nicht über die notwendigen Ressourcen.”

US-Schätzungen (US Geological Survey) bestätigen das: Die Schäden könnten eine jährliche Wirtschaftsleistung des Agrarlandes übersteigen, gut 18 Milliarden Euro.

So hat das das Beben unter anderem die
Energiespeicher der Wasserkraftwerke beschädigt, was nun Folgen für die Stromversorgung hat. Krankenhäuser müssen ihre Maschinen immer wieder abschalten, mit leeren Akkus können die Menschen weder ihre Handys noch das Internet nutzen. Der Stromausfall beeinträchtigt auch Festnetz und Wasserversorgung.

“Nepal gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt,” hat der US-Geheimdienst CIA schon vor fünf Jahren herausgefunden. “Und hängt von Geldern aus dem Ausland ab, zu bis zu einem Viertel der Wirtschaftsleistung.” Ein offenes Geheimnis.

Sigrid Ulrich mit dpa