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Indonesien zeigt sich nach Hinrichtungen unbeeindruckt von internationaler Kritik

Knapp vier Stunden nach der Hinrichtung treffen mehrere Ambulanzen in der Hafenstadt Wijaya Pura ein. Ihre Fracht: die sterblichen Überreste der

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Indonesien zeigt sich nach Hinrichtungen unbeeindruckt von internationaler Kritik

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Knapp vier Stunden nach der Hinrichtung treffen mehrere Ambulanzen in der Hafenstadt Wijaya Pura ein. Ihre Fracht: die sterblichen Überreste der trotz weltweiter Proteste in Indonesien hingerichteten acht Drogenschmuggler. Die Regierung in Jakarta zeigte sich unbeeindruckt von möglichen Handelssanktionen oder Boykottaufrufen. Australien kündigte an, seinen Botschafter zu Konsultationen zurückzurufen und hatte vorher Konsequenzen angedroht, ohne Einzelheiten zu nennen.

Premierminister Tony Abbott sagte, Australien respektiere zwar die Souveränität Indonesiens, verurteile aber was geschehen sei. Man könne nicht einfach zum Tagesgeschäft zurückkehren. Er wolle betonen, dass die Beziehungen zwischen Australien und Indonesien sehr wichtg seien. Sie hätten aber unter dem gelitten, was geschehen sei.

Unter den Hingerichteten waren zwei Australier, ein Brasilianer, ein Indonesier und vier Nigerianer. Sie wurden um kurz nach Mitternacht vor ein Erschießungskommando gestellt. Die Hinrichtung einer Philippinerin wurde in letzter Minute ausgesetzt, weil sich auf den Philippinen eine Frau der Polizei gestellt, die die 30-jährige Mutter von zwei Kindern ohne ihr Wissen als Drogenkurierin ausgenutzt haben soll. Ein Franzose, der auch hingerichtet werden sollte, bekam einen Aufschub, weil ein Gericht eine neue Eingabe prüfen wollte.