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Unruhen in Baltimore: Zusammenstöße trotz nächtlicher Ausgangssperre

19 brennende Gebäude, 144 angezündete Fahrzeuge, 20 verletzte Polizisten und mehr als 250 Verhaftete – das ist die Bilanz einer Nacht der

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Unruhen in Baltimore: Zusammenstöße trotz nächtlicher Ausgangssperre

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19 brennende Gebäude, 144 angezündete Fahrzeuge, 20 verletzte Polizisten und mehr als 250 Verhaftete – das ist die Bilanz einer Nacht der Ausschreitungen in der US-Stadt Baltimore. Am Dienstagabend kam es zu kleineren Zusammenstößen mit einigen Protestierenden, die der Ausgangssperre trotzten.

Mehr als 3000 Polizisten und Nationalgardisten sind im Einsatz, um die nun geltende nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen. Geschäfte und öffentliche Einrichtungen in den betroffenen Vierteln verbarrikadierten ihre Türen und Fenster. Aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen soll ein für Mittwoch angesetztes Baseball-Spiel der ersten Liga gar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Der Tod eines jungen schwarzen Mannes, der an den Folgen einer Rückenmarksverletzung starb, die er unter bisher ungeklärten Umständen in Polizeigewahrsam erlitt, hat in der Stadt eine Lawine der Wut losgetreten.

“Ich hoffe, das war kein Wendepunkt für das Land”, so der Generalstaatsanwalt von Maryland, Brian E. Frosh. “Worauf wir hoffen ist, dass gestern Nacht eine Ausnahme war, dass so etwas nicht mehr passiert. Der Gouverneur hat den Notstand erklärt und wir hoffen, dass das zur Beruhigung der Lage beiträgt. Das alles ist ein furchtbares Vermächtnis.”

Es sind die heftigsten Massenausschreitungen in den USA seit Jahren. Vielen Menschen klagen, die Reaktionen aller Seiten würden den eigentlichen Problemen nicht gerecht: “In den Medien zeigen sie uns als Tiere. Sie suchen sich immer die ignorantesten und am wenigsten sprachgewandten Leute heraus, um über die Situation zu berichten. In Wahrheit haben wir es aber alle satt”, sagte eine schwarze Frau.

Andere Versuchen hingegen, Zeichen des Zusammenhalts zu setzen. Dutzende Freiwillige halfen am Dienstag, die Scherben der vorangegangenen Nacht zusammenzukehren.