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Grausame Routine: Wie Indonesien die Todesurteile vollstreckt

Auf der Insel Nusa Kambangan gab es schon zu Kolonialzeiten ein Hochsicherheitsgefängnis.

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Grausame Routine: Wie Indonesien die Todesurteile vollstreckt

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Indonesien führt die Vollstreckung der Todesstrafen auf der Insel Nusa Kambangan, die vor der Südküste von Java liegt, durch.

Die bei den Exekutionen geltenden Regeln sind dort grausame Routine.

Die zum Tode verurteilten Gefangenen werden von einem Todeskommando, einer Spezialeinheit, die zur nationalen Polizei gehört, erschossen.
Die Mitglieder dieser Spezialeinheit werden nach ihrer physischen und psychischen Gesundheit ausgesucht und sowohl vor als auch nach den Erschießungen psychologisch betreut.
Sie erhalten auch einen Bonus von etwa 100 Dollar für jede Exekution.

72 Stunden vor der Vollstreckung der Todesstrafe werden die Todeskandidaten isoliert. Sie dürfen ihre Familien ein letztes Mal sehen.

Die zum Tode Verurteilten sind ganz in weiß gekleidet und dürfen sich aussuchen, ob sie die Augen verbunden haben wollen und ob sie stehen, knien oder sitzen wollen. Immer sind aber ihre Arme und Füße gefesselt.

Auf das Herz jedes zum Tode Verurteilten sind zwölf Gewehre gerichtet. Die Exekutionen finden immer nachts und im Licht von Fackeln statt. Nur drei der zwölf Gewehre sind mit echter Munitiion geladen, damit die Todesschützen letztendlich nicht wissen sollen, wer wen erschossen hat.

Die Schüsse werden aus zehn Metern Entfernung abgefeuert.

Schon vor den Exekutionen werden Kreuze mit den Namen der Todeskandidaten vorbereitet.

Die Leichen werden gesäubert und vor dem Gefängnis an die Familien übergeben.

Insel Nusa Kambangan

Schon seit während die Insel eine Kolonie der Niederlande war, gab es auf Nusa Kambangan ein Hochsicherheitsgefängnis.

Dort können bis zu 2.625 Gefangene untergebracht werden. Rund um die Uhr sind etwa 500 Wärter im Einsatz.

Zu den “prominenten” Gefangenen auf der Insel gehört ein Sohn des verstorbenen Langzeitmachthabers Tommy Suharto.