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Zentralafrikanische Republik: Französische Soldaten sollen Kinder vergewaltigt haben

Französische Soldaten stehen unter Verdacht, bei ihrem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik Kinder missbraucht zu haben. Bekannt wurde der

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Zentralafrikanische Republik: Französische Soldaten sollen Kinder vergewaltigt haben

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Französische Soldaten stehen unter Verdacht, bei ihrem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik Kinder missbraucht zu haben. Bekannt wurde der Vorwurf durch Veröffentlichungen der britischen Zeitung The Guardian. Demnach wurde Andreas Kompass, ein hochrangiger schwedischer UN-Mitarbeiter, suspendiert, weil er einen entsprechenden als geheim eingestuften Bericht an die französischen Behörden weitergab.

Die UNO bestätigte die Angaben, nannte aber nicht den Namen des suspendierten Mitarbeiters. Zudem sagte sie, dass es im vergangenen Frühjahr eine Untersuchung gegeben habe, nachdem Vorwürfe gegen französische Soldaten laut wurden. Dem Guardian zufolge wurde der Bericht im vergangenen Sommer dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf übergeben. Nach dem daraufhin nichts passiert sei, habe Kompass die französischen Behörden informiert. Diese hätten vor Ort mit dem Ermittlungen begonnen.

Das französische Verteidigungsministerium bestätigte, dass französische Gendarmen im August 2014 Ermittlungen aufnahmen. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müssten die Schuldigen mit den “härtesten Sanktionen” rechnen, so das Ministerium. Auch die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt. Zum Stand der Untersuchungen wollte sie sich nicht äußern.

Die Vorwürfe betreffen den Zeitraum Dezember 2013 bis Juni 2014. Laut Verteidigungsministerium wurden etwa zehn Kinder Opfer des Missbrauchs. Die Vorfälle ereigneten sich demnach auf dem Internationalen Flughafen von Bangui. In dem UN-Bericht seien Zeugenaussagen von Jungen zu lesen, die berichten, wie sie für Geld und Essen vergewaltigt wurden, so der Guardian. Einige der Kinder seien Waisen.

Frankreich hatte Ende 2013 mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats Soldaten zum Schutz der Zivilbevölkerung nach Zentralafrika geschickt. Das Land war im März 2013 ins Chaos gerutscht, nachdem muslimische Séléka-Rebellen die Macht an sich gerissen hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu religiös motivierter Gewalt.