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Deflation verscheucht - EZB-Geldschwemme dürfte anhalten

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Deflation verscheucht - EZB-Geldschwemme dürfte anhalten

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Diesen Satz kann sich EZB-Chef Mario Draghi über den Schreibtisch hängen: Die Preise in der Euro-Zone fallen nicht mehr. Die zurückgehenden Preise waren für die Europäische Zentralbank (EZB) das Startsignal für ihr milliardenschweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren gewesen – sie will bis September 2016 mehr als eine Billion Euro in das Bankensystem pumpen.

Die Inflationsrate lag im April bei 0,0 Prozent, so die europäische Statistikbehörde Eurostat. Zuvor waren die Preise wegen günstiger Energie vier Monate in Folge gesunken, im Januar um 0,6 Prozent und zuletzt im März noch um 0,1 Prozent.

Dies hatte Sorgen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einem konjunkturschädlichen Preisrutsch auf breiter Front ausgelöst – also einer Deflation. Denn stabile Preise sehen die Währungshüter nur bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

“Auch wenn die Inflationsrate seit dem Tiefpunkt im Januar deutlich gestiegen ist, wird die EZB ihr Anleihenkaufprogramm mit unverändertem Volumen fortführen”, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil zu den jüngsten Daten. “In den nächsten Monaten dürfte die Inflationsrate nahe der Nulllinie verharren.” Erst im Herbst könnte es weiter in Richtung der Marke von ein Prozent gehen. Ein leichter Anstieg des allgemeinen Preisniveaus – ohne die schwankungsanfällige Energie – sei erst 2016 zu erwarten.

Die expansive Geldpolitik treibt die Anleger in Richtung USA, wo im Lauf des Jahres höhere Zinsen winken. Der schwache Euro wiederum – danke Griechenland – beflügelt das Wachstum und schafft in Europa Arbeit.

Im März lag die Arbeitslosenquote zwar in den Euroländern insgesamt wie schon im Vormonat bei 11,3 Prozent, so die europäische Statistikbehörde Eurostat.

In Deutschland ging die Zahl der Jobsucher von März auf April aber um 89.000 auf 2,843 Millionen zurück, so die Bundesagentur für Arbeit (BA). Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Punkte auf 6,5 Prozent. Das ist der niedrigste April-Wert seit 24 Jahren.

su mit dpa, Reuters