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1000 EU-Bürger werden in Nepal vermisst

Opferzahl steigt auf 6.600 an, Hoffnung auf Überlebende schwindet.

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1000 EU-Bürger werden in Nepal vermisst

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Eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Nepal rechnet die Regierung nicht mehr damit, Überlebende in den Trümmern zu finden. Trotz der Bemühungen wurde seit Donnerstagabend niemand mehr lebend aus den Trümmern geborgen. Hilfmaßnahmen konzentrieren sich nun auf die Versorgung der gefunden Erbebenopfer.

Die Zahl der Todesopfer in dem Himalaja-Staat ist inzwischen nach Angaben des Innenministeriums auf über 6.600 angestiegen, mehr als 14.000 Personen wurden verletzt gemeldet. In China und Indien sollen mehr als 100 Personen bei dem Beben ums Leben gekommen sein.

Wegen der Angst vor Nachbeben schlafen viele Menschen weiter unter freiem Himmel. Nach UN-Angaben sind über acht Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen. Mehr als 160.000 Häuser wurden bei dem Beben zerstört. In den kommenden drei Monaten werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund zwei Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das Erdbeben mit einer Stärke von 7.8 auf der Richterskala war das schlimmste seit 80 Jahren.

Viele Einwohner Kathmandus, die ursprünglich aus ländlichen Gegenden stammen, versuchen vom Busbahnhof der Hauptstadt zu ihren Familien zu gelangen. Die Rettungsmaßnahmen vor allem in entlegenen Regionen gehen nur schleppend voran. Tausende Menschen warten weiter auf Hilfe. Besonders Zelte, Lebensmittel und frisches Wasser werden benötigt.

Nach Informationen der Polizei sind bisher mindestens 50 Ausländer tot aufgefunden worden. Diese Zahl dürfte sich aber noch erhöhen: Allein mehr als 1.000 EU-Bürger gelten nach Angaben von Diplomaten als vermisst. Die Himalaja-Region ist ein beliebtes Reiseziel für Bergsteiger und Wanderer. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle des armen Staates.

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