Eilmeldung

Eilmeldung

Nepal braucht dringend mehr Hilfe - für Lebende und Tote

In Nepals zerstörten Dörfern und den Auffanglagern steigt weiter die Gefahr vor Krankheiten. Dort leben viele Menschen auf engstem Raum zusammen

Sie lesen gerade:

Nepal braucht dringend mehr Hilfe - für Lebende und Tote

Schriftgrösse Aa Aa

In Nepals zerstörten Dörfern und den Auffanglagern steigt weiter die Gefahr vor Krankheiten. Dort leben viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Laut Kinderhilfswerk UNICEF sind vor allem kleine oder bereits kranke Kinder gefährdet.

In einigen nepalesischen Städten – wie hier in Bhaktapur – hat nun eine groß angelegte Impfkampagne gegen Masern begonnen. Auch soll es immer mehr Fälle von Durchfallerkrankungen geben. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation spricht von schlechten Hygienbedingungen: “In dieser Situation, mit schlechter Wasser- und Sanitärversorgung, und Menschen, die keinen festen Wohnsitz mehr haben, steigt das Risiko, dass Krankheiten ausbrechen”.

Tausende Menschen gelten weiter als vermisst. Zahlreiche Einwohner Kathmandus, die auf der Suche nach ihren Angehörigen sind, fordern eine bessere Organisation von Leichenhallen. Die Institute sind mit der Menge der Opfer überfordert. Die Kühlfächer sind voll und es fehlt an Leichensäcken. Listen der eingelieferten Leichen gibt es oft nicht. Ein Mann gibt der Regierung die Schuld: “Es kommt doch so viel Geld aus dem Ausland – warum nutzen sie es nicht besser? Warum geht man so mit den Leichen um? Es muss ein ordentliches Verzeichnis über die eingelieferten Leichen geben”.

Vor den teils provisorisch eingerichteten Leichenhallen warten Familien darauf, Angehörige zu identifizieren. In dem hinduistisch geprägten Land werden Leichen im Feuer bestattet. Doch ein Großteil der Toten liegt weiter verschüttet.