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Jesiden fürchten Massaker - Offenbar Frauen in Syrien verkauft

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Jesiden fürchten Massaker - Offenbar Frauen in Syrien verkauft

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In den vergangenen Tagen haben Jesiden von Massakern der ISIL (“Islamischer Staat in Syrien und Levante”) an Glaubensgenossen im Irak berichtet.
Bis zu 500 Jesiden sollen allein in der Nähe der von den Islamisten kontrollierten Stadt Mosul – in Tal Afar – ermordet worden sein. In der Gegend sollen sich die Kämpfe in den vergangenen Wochen verstärkt haben; offenbar konnten dadurch einige Jesiden aus der Gefangenschaft der Islamisten fliehen.
Von der Ermordung von 300 bis 500 Jesiden berichtet auch Adnan Shesho, ein Sohn des Jesiden-Kommandeurs Quashim Shesho in einem Interview mit Der Presse. Shesho erklärte, dass ein Teil der Opfer enthauptet worden sei, zudem bereiteten die Islamisten ein weiteres Massaker vor. Frauen und Mädchen würden von den Männern und Jungen getrennt und nach Syrien verschleppt.

Eigentlich lebt die Familie Shesho in Deutschland, und von der erreichen uns immer wieder Hilferufe.
Allein in Deutschland wohnen etwa 50.000 Angehörige der Religionsgemeinschaft der Jesiden, die eigentlich aus kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien stammen.

In den sozialen Medien wird ebenfalls vor weiteren Morden durch die IS-Miliz gewarnt.

Wie das Internet-Portal Ezidi-Press meldet würden jesidische Frauen in der syrischen Stadt Der-ez-Zor wie auf dem Markt öffentlich zum Kauf angeboten. Ein Tunesier, der sich ISIL angeschlossen habe, habe in der Nähe von Hasakeh eine 18-Jährige Jesidin für 2.500 Dollar gekauft.

Vice News berichtet von Sklavenhandel, bei dem IS-Dschihadisten Jesiden an ihre Familien zurückverkauften. Diese makabren Geschäfte würden als Freilassungen getarnt und werden von einem UN-Verantwortlichen bestätigt.

Hunderte Frauen sind seit dem Sommer 2014, als IS-Kämpfer Tausende Jesiden aus ihrer Heimat im Sindschar-Gebirge im Nordirak vertrieben hatten, verschwunden. Einige Frauen und Mädchen, die aus der Gefangenschaft der Dschihadisten freikommen konnten, berichteten von Vergewaltigungen und Zwangsheiraten.

Die Jesiden, die die IS-Miliz in den vergangenen Monaten im Irak freigelassen hatte, waren vor allem ältere Menschen, Behinderte und Kinder.