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Augmented Reality: Wenn Werbung aus dem Rahmen fällt


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Augmented Reality: Wenn Werbung aus dem Rahmen fällt

Als ein bekannter Getränkehersteller Fahrgästen an einer Londoner Bushaltestelle den Angriff von Meteoriten und Riesenkraken vorgaukelte, sorgte der Werbegag für viele Wirbel.

Die Kampagne gilt als Musterbeispiel für die Zukunft der Werbung. Innovatives Marketing setzt auf Augmented Reality und geschickte Suggestion.

Julien Intartaglia, Professor für Marketing und Werbung: “Wir leben in einer Welt, in der wir von morgens bis abends mit Werbung berieselt werden. Insgesamt sind es gut 10 Tausend Kontakte mit Marken pro Tag, das ist enorm. Wer sich in dem permanenten Werbefluss durchsetzen will, muss viel Kreativität an den Tag legen, um den Verbraucher anzusprechen und in eine Wechselwirkung mit einzubeziehen.”

Immer mehr Unternehmen interessieren sich für die innovativen Methoden, beispielsweise die Schweizer Firma Vidinoti mit Sitz in Freiburg. Traditionelle Formate werden durch bewegte Bilder belebt.

Philippe Jeanrenaud: “Wir betten ein Video in das Foto ein, das so wirkt, als wäre es ein Teil des Magazins.”

Augmented-Realty-Plattformen sind vielseitig. Sie liefern zusätzliche Inhalte, leiten auf die Webseite der Marke weiter oder erlauben einen virtuellen Rundblick. Hier zum Beispiel das Innere eines Fahrzeugs.

Philippe Jeanrenaud: “Das gibt Marken die Möglichkeit, für Interaktion zu sorgen, den Verbraucher viel stärker mit einzubeziehen, als mit einer statischen Werbeplattform oder einer simplen Werbung in einer Zeitschrift.”

Aber fördert das auch die Verkaufszahlen? Noch fehlt den Werbefirmen der nötige Abstand. Fest steht, dass Augmented Reality für ein überraschendes Erlebnis sorgt, das der Verbraucher mit seinem Bekanntenkreis teilt und somit zum Botschafter der Marke wird.

Julien Intartaglia, Professor für Marketing und Werbung: “Wenn ich eine unglaublich originelle Werbung gesehen habe, spreche ich darüber und mache auf diese Weise andere Menschen neugierig. Das ist das Interessante an diesem Modell. Denn die Werbung hat die Macht, auf das Verhalten des Kunden einzuwirken.”

Große Konzerne wie das Schweizer Telekomunternehmen Swisscom
interessieren sich für die neuen Werbemöglichkeiten.

Thierry Kunstmann, Swisscom: “Wir haben bereits mehrere Werbekampagnen beispielsweise in Zeitschriften durch Augmented-Reality-Videos oder Spielen bereichert. Das weckt das Interesse des Lesers und regt ihn dazu an, diese Erfahrung im Internet weiter zu verfolgen. Für Zeitschriftenverleger bedeutet die inhaltliche Bereicherung die Möglichkeit, Printmedien, die wie wir wissen leider in der Krise stecken, aufzuwerten.”

Fazit: Die ergänzte Realität für sorgt mehr Aufmerksamkeit. Je mehr Marken allerdings auf innovative Methoden zurückgreifen, desto geringer ist der “Aha Effekt”. Und dann müssen sich die kreativen Werbemacher wieder etwas Neues einfallen lassen.

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