Eilmeldung

Eilmeldung

Milibands "sechs Gebote": Labour-Kandidat erntet Spott für Wahlkampfstein

Ed Miliband, Herausforderer des britischen Premier Cameron, gab sich steinhart - auf Twitter kam das gar nicht gut an.

Sie lesen gerade:

Milibands "sechs Gebote": Labour-Kandidat erntet Spott für Wahlkampfstein

Schriftgrösse Aa Aa

Wahlkampf in Großbritannien: Am Wochenende vor den Parlamentswahlen hat Ed Miliband, Chef der britischen Labourpartei und Herausforderer des konservativen Premier David Cameron, seine Wahlversprechen in Stein gemeißelt, im wahrsten Sinne des Wortes. Er präsentierte einen überlebensgroßen Stein mit sechs Wahlversprechen. Die Wählerinnen und Wähler können darauf lesen, dass der Kandidat der sozialdemokratischen Arbeiterpartei unter anderem die Einwanderung kontrollieren, die staatliche Gesundheitsvorsorge verbessern und den Hauskauf erleichtern will.

Meinung

Der Stein soll die arbeitende Bevölkerung daran erinnern, dass ich es absolut ernst damit meine, dass ich dieses Land verändern will.

Der Stein stehe für seine Standhaftigkeit und die Lebensdauer der Versprechen, so Miliband. “Unsere Versprechen sind auch nach dem 8. Mai noch gültig”, so der 45-Jährige mit Blick auf die Zeit nach den Wahlen am Donnerstag. “Der Stein soll die arbeitende Bevölkerung daran erinnern, dass ich es absolut ernst damit meine, dass ich dieses Land verändern will.”

Die Aktion ernst genommen haben allerdings die wenigsten. Nicht nur Rivale David Cameron lästerte, der “Grabstein” zeige, dass Milibands Urteilsvermögen beeinträchtigt sei. Auch auf Twitter gab es Spott:

Anhänger der Konservativen halten offensichtlich wenig von Milibands “sechs Geboten”.

“Miliband bestreitet, zu viel für den Stein ausgegeben zu haben”, schreibt dieser Twitter-User, der sich laut Account als Liberaler beschreibt.

==

Dieser konservative Abgeordnete erinnert Miliband an das Kleingedruckte, in Form der möglichen Koalitionspartnerin Nicola Sturgeon, Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei.

Miliband verteidigte seine Aktion. Die Leute würden darüber reden, sagte er. Die Vizechefin der Labourpartei, Lucy Powell, ruderte in einem Interview mit der BBC zurück: “Ich glaube nicht, dass irgendjemand davon ausgeht, dass die Tatsache, dass er seine Wahlversprechen in Stein gemeißelt hat, bedeutet, dass er diese auf gar keinen Fall brechen wird oder so ähnlich.” Sie fügte allerdings hinzu, dass Miliband zu seinen Versprechen stehe.

Miliband hatte vorgeschlagen, den Stein im Falle seiner Wahl im Garten der Downing Street Nummer 10 zu setzen. Der Telegraph weist darauf hin, dass es selbst für kleinste Veränderungen am Amtssitz des Regierungschefs die Erlaubnis des Westminster City Council braucht, der von den Konservativen dominiert wird. Milibands Versprechen könnten also, auch im Falle, dass er die Wahl gewinnt, schnell aus seinem Blickfeld verschwinden.