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Nach Gazakrieg 2014: Soldaten richten Vorwürfe gegen Israels Armee

Israelische Soldaten richten schwere Vorwürfe gegen ihre Armee. Diese Vorwürfe beziehen sich auf den Krieg im palästinensischen Gazastreifen letzten

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Nach Gazakrieg 2014: Soldaten richten Vorwürfe gegen Israels Armee

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Israelische Soldaten richten schwere Vorwürfe gegen ihre Armee.

Diese Vorwürfe beziehen sich auf den Krieg im palästinensischen Gazastreifen letzten Sommer.

Der UNO zufolge wurden rund siebzig Israelis getötet, aber weit über zweitausend Palästinenser, zum großen Teil Zivilisten.

Eine Gruppe mit dem Namen “Breaking the Silence” – das Schweigen brechen – hat die Aussagen der Soldaten gesammelt und nun vorgelegt.

Die Zusammenstellung dieses Berichts wurde von internationalen Organisationen und Einrichtungen unterstützt, darunter das schweizerische Aussendepartement.

Avihai Stollar, der Forschungsleiter der Gruppe, nennt als Erkenntnis zum Beispiel, es habe in dem Konflikt das “Aufweichen durch Artillerie” gegeben.

Dabei habe man in dicht bewohnte Gebiete tausende Geschützgranaten gefeuert, als Vorbereitung für den Einmarsch von Soldaten.

Zivilisten seien ja mit Flugblättern zum Fliehen aufgefordert worden; von da
an habe die Armee zwischen Zivilisten und Kämpfern nicht mehr unterschieden.

Der Bericht zitiert mehr als sechzig Soldaten; sie alle wollen aber anonym bleiben.

In ihren Aussagen geht es zum Beispiel um massive, grundlose Zerstörungen oder um eine weitgehende Freiheit, nach eigenem Ermessen auf Verdächtiges zu schießen.

Als Reaktion auf den Bericht teilte Israels Armee mit, “Breaking the Silence” habe ihr keine Beweise vorgelegt.

Das zeige, dass es der Gruppe entgegen ihren eigenen Angaben gar nicht darum gehe, Missstände zu beheben.

Die Armee hatte in dem Konflikt immer betont, sie versuche, zivile Opfer zu vermeiden.

Ihrerseits warf sie den Kämpfern der Gegenseite vor, Wohngebiete als Deckung zu nutzen.

Israel selbst wurde in dem Konflikt von palästinensischer Seite aus immer wieder mit Raketen beschossen.