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Kunst mit Relief: Gemälde aus Knetmasse

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Kunst mit Relief: Gemälde aus Knetmasse

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Die großflächigen Gemälde des Briten Henry Hudson bestechen mit ihrer detailreichen Darstellung. Ebenfalls faszinierend sind ihre reliefartigen

Die großflächigen Gemälde des Briten Henry Hudson bestechen mit ihrer detailreichen Darstellung. Ebenfalls faszinierend sind ihre reliefartigen Oberflächen, der kraftvolle Pinselstrich. Von wegen: Hudson arbeitet nicht mit Ölfarben, sondern mit Knetmasse. Anfangs war das aus Budgetgründen, weil er sich die teuren Ölfarben nicht leisten konnte. Heute sind die Knete-Bilder sein Markenzeichen und
erstmals in einer Soloausstellung in London zu bewundern.

Henry Hudson: “Mir gefällt die Idee, ein billiges Material, ein Wegwerfprodukt, dass man bei sich in der Schublade hat, zu einer noblen Form, einem Kunstwerk zu erheben.
Das finde ich aufregend. Denn vielleicht ist ja der Sinn der Kunst, die Dinge zu veredeln, sie zu erheben.”

Mit Knete Kunst zu machen ist übrigens alles andere als ein Kinderspiel. Ganz wie in den Werkstätten der Renaissance hat Henry Hudson einen fünfköpfigen Mitarbeiterstab, der die Knetmasse und vor allem die Farbmischungen zubereitet.

Henry Hudson: “Knete gibt es in maximal zehn Farben, man muss sie vermischen, um neue Farbnuancen zu erzeugen, zum Beispiel rot und Gelb für die unterschiedlichen Farbtöne von Haut. Dafür benutze ich Herdplatten, in meinem Atelier habe ich eine ganze Menge davon. Mit meinem kleinen Mitarbeiterteam verbringen wir ziemlich viel Zeit damit, Farben zu vermischen, ganz so, als würde man Brot- oder Pizzateig kneten.”

Die Knete-Bilder, sowie diverse Zeichnungen und Skizzen des Künstlers sind in der Londoner S|2 Gallery noch bis Ende Mai ausgestellt.