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Gemütlich, aber unscheinbar: Die berühmte Nummer 10 der Downing Street

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Gemütlich, aber unscheinbar: Die berühmte “Nummer 10” der Downing Street

Es gibt nicht viele Gebäude, die nur wegen ihrer Hausnummer weltweit bekannt sind. Die “Nummer 10” ist der Amtssitz und Wohnort des Premierministers, der Ort, an dem alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden. Sagt man einfach nur “Nummer 10”, ist in Großbritannien sofort klar, dass von der Nr.10 Downing Street die Rede ist.

Doch all die latente Symbolik mal außer Acht gelassen, ist die “Nummer 10” nur ein kleines Reihenhaus in der Mitte einer ganz normalen Straße. Im teuren London zwar bestimmt nicht zu verachten, aber gerade im Vergleich zu den Residenzen der anderen führenden Politiker der Welt kein Luxusbau. Es ist ganz klar ein Gebäude, das eigentlich nicht genug hermacht, um als Symbol für Macht und Autorität zu stehen.

Der Sitz des US-Präsidenten, das Weiße Haus, oder auch der Amtssitz des französischen Präsidenten, der Elysée-Palast, sind da schon ganz andere Kaliber. Sogar die Ferienresidenz des britischen Premiers in Chequers ist im Vergleich zur “Nummer 10” ein stattlicher Palast. Wie konnte also dieses kleine Backsteinhäuschen zu solcher Berühmtheit gelangen?

“Auf der Webseite der “Nummer 10” kann man die Geschichte nachlesen”:https://www.gov.uk/government/history/10-downing-street Das Haus ist seit 1735 die offizielle Residenz des britischen Premiers, seit es der damalige König Georg II Sir Robert Walpole schenkte.

Gebaut wurde der Straßenzug bereits im 17. Jahrhundert. Damals lebten dort zunächst verschiedene Würdenträger, bis sie komplett von Sir George Downing aufgekauft wurde. Dieser Diplomat und skrupellose Bauinvestor beauftragte den legendären Architekten Sir Christ Wren, die Häuser, die noch heute dort stehen, zu entwerfen. Doch die Errichtung der Gebäude wurde mit billigen Materialien und sehr schnell durchgeführt und passte somit ganz und gar nicht zu den Standards der eleganten Nachbarschaft.

Einige illustre Bewohner der “Nummer 10” beschwerten sich tatsächlich wegen der schlampigen Konstruktion über ihren Amtssitz. Winston Churchill schrieb in seinem Buch zum Zweiten Weltkrieg über das Haus, es sei „der damaligen Profitgier seines Namensgebers entsprechend leicht und wackelig gebaut“.

Natürlich wurde das Haus in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals renoviert und grundsaniert. Diese Arbeiten waren so grundlegend, dass die “Nummer 10” mittlerweile eigentlich einem Neubau entspricht und nur noch äußerlich den alten Schein wahrt.
Denn der britische Staatschef kann natürlich nicht zulassen, dass seinen hochrangigen Besuchern, Präsidenten und Regierungschefs aus der ganzen Welt, ein Stück Dach auf den Kopf fällt. Und auch die Queen wäre bei ihren regelmäßigen Teebesuchen bestimmt nicht amused in einer Bruchbude empfangen zu werden.

Wer hier in den kommenden Jahren die Empfänge geben wird, ist noch offen. Aber eines ist sicher: Die “Nummer 10” ist in diesen Tagen die am heftigsten umkämpfte Adresse in London.

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