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Rotstift bei Areva: Atomkonzern will 6000 Jobs streichen

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Rotstift bei Areva: Atomkonzern will 6000 Jobs streichen

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Der französische Atomkonzern Areva hat angekündigt, weltweit bis zu 6000 Stellen streichen zu wollen. Auf diese Weise sollen die Personalkosten um 18 Prozent gesenkt werden, heißt es. Außerdem steht der Verkauf der Reaktorsparte an den französischen Energieversorger EDF im Raum. Die Gewerkschaften sind empört.

Jean-Pierre Bachmann von CFDT: “Wir haben es mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu tun und mit dem Verlust von Rechten und von tarifvertraglichen Abmachungen: Bonuszahlungen oder Überstundenregelungen sind bedroht. Das Management will, dass wir produktiver sind, aber es bietet uns keine Garantien an.”

Josè Montès der Gewerkschaft FO: “Wir wissen nicht, ob die halbe Gruppe verkauft werden wird, wir wissen nicht, was EDF machen wird, wir wissen nichts über unser Vorgehen gegenüber den Chinesen, kurz: wir wissen nichts. Das einzige, was wir wissen ist, dass die Zahl an Arbeitnehmern verringert werden soll.”

EDF soll Agenturberichten zufolge bereit sein, das Reaktorgeschäft zu übernehmen. Dieses wird mit bis zu 3 Milliarden Euro bewertet. Genaueres dazu soll nächste Woche bekanntgegeben werden. Immerhin heißt es, eine Übernahme durch EDF habe den Segen der Regierung in Paris. Sie kontrolliert beide Unternehmen.

Seit Jahren schreibt Areva Verluste, vergangenes Jahr lag das Minus bei fast 5 Milliarden Euro. Einer der Gründe: Seit Fukushima werden weniger Atomkraftwerke gebaut, und das wirkt sich negativ auf die Bilanzen des weltgrößten Nuklearkonzerns aus. Insgesamt beschäftigt Areva derzeit rund 42.000 Menschen weltweit.

Zahlen zum Areva-Konzern
Areva-Geschäftsbericht für 2014
Pressemitteilung von Areva
Mitteilung von FO zu den Areva-Plänen