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Auf Dopamin-Jagd: Sport als Sucht

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Auf Dopamin-Jagd: Sport als Sucht

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Sport ist Mord? Wohl nicht. Doch kann er zu einer äußerst ungesunden Obsession werden. Pascal Pich hat den schmalen Grat zwischen Sucht und

Sport ist Mord? Wohl nicht. Doch kann er zu einer äußerst ungesunden Obsession werden. Pascal Pich hat den schmalen Grat zwischen Sucht und Leidenschaft betreten. Jahrelang verbrachte Pascal 40 Stunden in der Woche mit Radfahren, Schwimmen, Rennen – immer schneller, immer länger. Er erklärt: “Ich sage immer, man fühlt sich lebendig – es klingt komisch, aber mit dem Rad zu trainieren oder zu Fuß, das fühlt sich an wie Leben.”

Meinung

Man hat das Gefühl man schwebt, man verliert das Zeitgefühl, hat keine anderen Sorgen, ist in Trance.

Pascal hat für den Sport gelebt. Er nahm an Utratriathlons teil. Das bedeutet 3,86 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein kompletter 42,2 Kilometer-Marathon.

Pascal Pich: “Ich wachte um Mitternacht auf und schwamm bis 4 Uhr. Danach nahm ich den Zug zur Arbeit. Ich kam heim, aß und fuhr mit meinem Rad drei oder vier Stunden. Dann lief ich zwei Stunden. Dann war der Tag vorbei und es ging von vorne los.”

Während sportlicher Aktivitäten wird das Gehirm stimuliert und es gibt Endorphine frei. Ein Gefühl von Wohlbefinden und Euphorie setzt ein – ist das Training intensiv und wird wiederholt, setzt das Gehirn hingegen das sogenannte “Glückshormon” Dopamin frei – eine Sucht entsteht.

Neurobiologe Francis Chaouloff erklärt: “Man hat das Gefühl man schwebt, man verliert das Zeitgefühl, hat keine anderen Sorgen, ist in Trance. Man kann sich vorstellen, dass einige ständig auf der Jagd danach sind.”

Pascal musste einen Gang zurückschalten – auch um sein Familienleben nicht zu gefährden. Dennoch hat der frühere Weltmeister schon ein neues Ziel: der Ultrathriatlon auf fünf Kontinenten in nur einem Jahr.