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Mindestens 22 Tote bei Kämpfen in Mazedonien

Nach zweitägigen Kämpfen ist im mazedonischen Kumanovo wieder Ruhe eingekehrt. Bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen bewaffnete Albaner waren

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Mindestens 22 Tote bei Kämpfen in Mazedonien

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Nach zweitägigen Kämpfen ist im mazedonischen Kumanovo wieder Ruhe eingekehrt. Bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen bewaffnete Albaner waren am Wochenende mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter acht Polizisten. Regierungsangaben zufolge sind auf Seiten der Albaner mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. 30 Männer seien verhaftet worden. Ihre Anführer sollen laut Regierung aus dem benachbarten Kosovo stammen, das fast nur noch von Albanern bewohnt wird.

“Mein Sohn hat 20 Jahre in der Schweiz gearbeitet, um dieses Haus bauen zu können”, sagt einer der Anwohner, “sein Auto hat 20.000 Schweizer Franken gekostet, es ist total zerstört. Wir haben dieses Haus nach unserem Geschmack gebaut. Als ich gesehen habe, dass es zerstört ist, war das einzige, das mich weitermachen ließ, dass meine Kinder mit dem Leben davon gekommen sind.”

“Es waren keine Terroristen, die das getan haben. Es gibt hier keine Terroristen. Die echten Terroristen sind Regierungschef Nikola Gruevski, Innenminister Janku Ioska und Ali Ahmeti und seine Räuberbande”, meint ein anderer.

Die mazedonische Regierung hatte “albanische Terroristen” aus dem benachbarten Kosovo für die Kämpfe verantwortlich gemacht. Außerdem warf sie der Europäischen Union vor, dass sich Brüssel zu wenig um den EU-Kandidaten Mazedonien gekümmert habe. Auch die Medien in den Nachbarländern gaben der EU Mitschuld an dem Gewaltausbruch, weil dem Land seit zehn Jahren der Beginn von Beitrittsverhandlungen vorenthalten wird.