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Französische Ökonomin Esther Duflo für Armutsforschung geehrt

Im spanischen Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien, ist an diesem Mittwoch einer der Prinzessin-von-Asturien-Preise vergeben worden.

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Französische Ökonomin Esther Duflo für Armutsforschung geehrt

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Im spanischen Oviedo, der Hauptstadt der Region Asturien, ist an diesem Mittwoch einer der Prinzessin-von-Asturien-Preise bekanntgegeben worden. Mit diesen hochrangigen spanischen Auszeichnungen werden jährlich Einzelpersonen, Institutionen oder Gruppen aus der ganzen Welt geehrt, die sich in einer der folgenden acht Kategorien auszeichnen: Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Geisteswissenschaften, Eintracht, internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche und technische Forschung und Sport.

Meinung

Esther Duflo hat mit ihren Forschungen zur Armutsbekämpfung einen innovativen und entscheidenden Beitrag zur Entwicklungsökonomie geleistet.

Die Präsidentin der Jury, Carmen Iglesias Cano, gab den Preisträger bekannt: “Die Jury hat entschieden mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis für Sozialwissenschaften 2015 die französisch-amerikanische Ökonomin Esther Duflo zu ehren. Sie hat mit ihren Forschungen zur Armutsbekämpfung einen innovativen und entscheidenden Beitrag zur Entwicklungsökonomie geleistet.”

Duflo lehrt am Massachusetts Institute of Technology und hat dort 1993 das Poverty Action Lab mitbegründet. Die kleine unprätenziöse Französin hat auch die amerikanische Staatsbürgerschaft und wirkt mit ihrem Forschungsgebiet der Armut wie eine Exotin in der Welt der amerikanischen Ökonomie.

Für ihre Experimente zur Effizienz von Mitteln der Armutsbekämpfung in Entwichlungsländern wendet die 42-jährige eine seit Jahrzehnten in der Arzneimittelforschung bewährte Methode an: Zufallstests mit Kontrollgruppen.
Sie teilt die Bevölkerung einer Region in zwei Gruppen ein, die eine bekommt die „Behandlung“ – geschenkte Moskitonetze, Gratisimpfungen oder neue Schulbücher –, und die Kontrollgruppe dagegen muss dafür bezahlen oder bekommt gar keine Behandlung. Auf diese Weise kann Duflo messen, ob Spenden und Hilfsmaßnahmen überhaupt wirken und präsentiert immer überraschende Ergebnisse.

Ihre Bücher, wie ““Kampf gegen die Armut”“:http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/esther-duflo-kampf-gegen-die-armut-kaum-hat-der-lehrer-einen-fotoapparat-schon-fuellt-sich-die-schule-12287947.html und “Poor Economics: Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut” sind in ihrer französischen Heimat Bestseller. “The Economist” zählte sie schon 2008 zu den acht einflussreichsten Ökonomen der Welt und das “Time Magazin” zählte sie 2011 zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt. Obwohl ihre Methodik anfangs umstritten war, wird sie heute sogar für den Nobelpreis gehandelt.

Die anderen Preisträger der Prinzessin-von-Asturien-Preise werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Sie bekommen bei der offiziellen Preisverleihung im Oktober das Preisgeld 50.000 Euro und eine Skulptur des spanischen Künstlers Miro überreicht.

Mehr über die Arbeit von Esther Duflot finden Sie hier