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Kurzes Comicfieber in Budapest

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Kurzes Comicfieber in Budapest

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Es ist nur ein kleines und kurzes Festival: Das 11. Internationale Comicfestival in Budapest zeigt, dass Comics in Ungarn nicht so populär sind, wie

Es ist nur ein kleines und kurzes Festival: Das 11. Internationale Comicfestival in Budapest zeigt, dass Comics in Ungarn nicht so populär sind, wie in einigen anderen europäischen Ländern. Und es zeigt einen besonderern Trend: Hier werden Comics eher von Erwachsenen gelesen als von Kindern. “Im Moment ist der Markt für Comics für Erwachsene wichtiger als der für Kinder. Heutzutage ist es komplizierter, mit Comics für Kinder auf den Markt kommen”, so der Organisator des Festivals Róbert Vass.

Meinung

Im Moment ist der Markt für Comics für Erwachsene wichtiger als der für Kinder.

Vor wenigen Jahrzehnten noch waren Comics für Kinder beliebt, einige Generationen lernten sozusagen mit ihnen lesen. Allerdings waren damals weder Zeichentrickserien im Fernsehen noch Computerspiele so präsent wie heute. Die Comicgeneration von damals ist nun erwachsen und manche lesen noch immer gerne in bunten Heften. Eine Besucherin erklärt: “Die japanischen Comics mag ich nicht, ich ziehe die amerikanischen und europäischen vor, weil sie realistischer sind, näher am echten Leben, für mich sind sie glaubwürdiger.”

Einige freuen sich auch auf das Festival, weil sie den Zuschauern ihr Zeichentalent zeigen können. So auch Gábor Molnár: “Wir sind nun im “Künstler-Bereich”, einem bewährten Teil des Festivals. Hier male ich für Besucher, wenn sie es wünschen. Ich könnte für mich selbst zeichnen, aber ich zeiche lieber für andere. Ich hab genügend Zeichnungen zu Hause. Gerade habe ich für jemanden einen weiblichen Charakter aus meiner neuen Comicserie gezeichnet.”

Immer noch geht es in den beliebtesten Comics um Superhelden. Selbst in dieser Rubrik gibt es viele verschieden Comictypen und Geschichten. Typex, ein niederländische Künstler, hat ein Comicbuch über die letzen Tage in Rembrandts Leben geschaffen. Auf die Frage, ob Rembrandt für ihn ein Superheld ist antwortet er: “Nein, nein, nicht wirklich, er ist zu dick und zu alt, aber er hat wirklich Superkräfte. Ich habe nichts gegen Superhelden, aber das ist nicht wirklich mein Ding, ich mag lieber die ursprüngliche Art Geschichten zu erzählen und das kann alles sein.”

Die tschechische Künstlerin Lucie Lomová zeichnete Anfangs Comics für Kinder, ihr jüngstes Werk ist jedoch eine Detektivgeschichte. Ihr zufolge ist die Situation in Tschechien ähnlich der in Ungarn: Comics sind nicht wirklich beliebt – aber die Situation verbessert sich: “In beiden Ländern gibt es nur wenige Leser, wenige Comicleser. Deshalb ist es sicherlich schwierig, Comics in unserer eigenen Sprache zu veröffentlichen. Aber im Allgemeinen verbessert sich die Situation und Comics erleben so etwas wie einen Boom”

Das erhoffen sich die Organisatoren des Festivals auch für ihr Land. Ihr Traum ist es, dass die nun heranwachsende Generation wieder Freude an den gezeichneten Geschichten bekommt.