Eilmeldung

Eilmeldung

Ukraine: So hart trifft der Krieg die Wirtschaft im Land

Sie lesen gerade:

Ukraine: So hart trifft der Krieg die Wirtschaft im Land

Schriftgrösse Aa Aa

Die Ukraine steckt auch wirtschaftlich in großen Schwierigkeiten. Der IWF bietet zwar Hilfe an, verlangt aber im Gegenzug von der Regierung in Kiew strikte Reformen und ein hartes Vorgehen gegen Korruption. Aber es geht nur schleppend voran. Die Gaspreise haben sich verdreifacht, ebenso die Preise für Medizin, Grundnahrungsmittel und Baumaterial. Der Oblast Transkarpatien liegt ganz im Westen des Landes.

Der Ökonom Oszkar Balogh berichtet: “Wir die gesamte Ukraine, so spürt auch der Oblast Transkarpatien die Folgen des Krieges, denn das Land befindet sich im Krieg. Die Einzelhandelsverkäufe fielen dieses Jahr um 25 Prozent. Die Lage hier ist nicht so schlimm wie im Osten der Ukraine, wo gekämpft wird. Aber die Menschen spüren es auch hier jeden Tag.”

Besonders Landwirtschaft und Tourismus leiden
Die meisten Menschen hier arbeiten in der Landwirtschaft, im Tourismus und dem Dienstleistungsgewerbe. Industrie gibt es hier kaum. Seit der Krieg ausbrach, haben vor allem die Landwirtschaft und der Tourismus zu kämpfen.

euronews-Reporterin Beatrix Asboth: “Transkarpatien gehörte nie zu den reicheren Regionen der Ukraine. Der Krieg hat die Lage verschlechtert. Die Menschen verdienen um die 120 Euro pro Monat. Ausländische Investoren und Touristen bleiben der Region fern, auch wenn der Krieg weit entfernt ist.”

Die Gastwirtin Klara Fazekas aus Gecha: “Seit Kriegsbeginn hat sich der Tourismus geändert. Zum Beispiel kommen keine ungarischen Touristen mehr, nur ein paar Gruppen waren es vergangenes Jahr. Ukrainer kommen, jedes Wochenende.”

Hilfe kommt aus Ungarn
Hilfe für die Region kommt unter anderem aus Ungarn. Immerhin lebt eine ungarische Minderheit in Transkarpatien, etwa 150.000 Menschen sind es. Budapest schickt vor allem Geld in die von Ungarn bewohnten Orte. Für viele ist es das einzige Einkommen, das sie haben.

Gechas Bürgermeister Andras Mester: “Wir haben über ein Sonderprogramm Hilfe von Ungarn erhalten. Zunächst einmal gibt es staatliche Fonds, die ungarische Regierung hat zum Beispiel ein Programm ins Leben gerufen, um für Kinder zu sorgen oder um Lehrern zu helfen. Wir erhalten vor allem Geld, das die Kommunen für ihre Zwecke nutzen können.”

Wirtschaft in Nöten
Die Wirtschaft der Ukraine wird in diesem Jahr um rund 7,5 Prozent schrumpfen, schätzt die Weltbank. Im April lag die Inflation rund 61 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Und so verlassen inzwischen viele Transkarpatien, auf der Suche nach Jobs in Tschechien, in der Slowakei, in Ungarn oder der ukraininischen Hauptstadt Kiew.