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Papst spricht palästinensische Nonnen heilig

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas war dabei, als Papst Franziskus am Petersplatz in Rom zwei palästinensische Ordensfrauen heiligsprach.

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Im Beisein von Palästinenserpräsident Machmud Abbas hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom vier Ordensschwestern heiliggesprochen, zwei von ihnen stammen aus Palästina, die anderen beiden aus Frankreich und Italien. Die beiden palästinensischen Nonnen sind die ersten arabischen Christen, die heiliggesprochen wurden. Die Heiliggesprochenen sind Maria Alfonsina Danil Ghattas und Maria von Jesus dem Gekreuzigten aus Palästina, Jeanne Emilie de Villeneuve aus Frankreich und Maria Cristina Brando aus Italien.

Meinung

Für Palästina ist es eine Geste der Ermutigung des Papstes.

“Für Palästina ist es eine Geste der Ermutigung des Papstes – für eine Region, die leidet und wo es ständig Unruhe gibt. Hoffen wir, dass die Heiligsprechung eine Ermutigung des christlichen Glaubens sein kann”, sagte Rifat Bader, Direktor des Catholic Center für Studies and Media im jordanischen Amman, Radio Vatikan. Viele Christen werden im Nahen Osten derzeit von islamistischen Fundamentalisten verfolgt.

Ghattas wurde 1847 in Jerusalem geboren, starb 1927 und wurde 2009 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Bawardi wurde 1843 in Galiläa – heute im Norden Israels – geboren, wirkte in Frankreich, starb 1878 in Bethlehem und wurde 1983 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Weitere Hintergrundinformationen zur Heiligsprechung: Klicken Sie hier.

Israel kritisierte den Auftritt Abbas’ in Rom. “Es ist bedauerlich, dass Mahmud Abbas internationale Foren zu Angriffen auf Israel benutzt und nicht zu Verhandlungen zurückkehrt”, sagte Emmanuel Nachschon, Sprecher des israelischen Außenministeriums. Israels Führung betont immer wieder, Abbas sei kein Partner für eine Friedensregelung. Tel Aviv ist außerdem verärgert, dass der Vatikan Palästina in einem neuen Abkommen als Staat an. Am Mittwoch trafen sich Unterhändler beider Seiten in Rom, um einen bilateralen Vertrag fertigzustellen. Der müsse nun nur noch unterzeichnet werden, teilte der Vatikan mit. In dem Dokument, der die Details zum Status der katholischen Kirche in Palästina regeln soll, ist ausdrücklich vom “Staat Palästina” die Rede. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums reagierte “enttäuscht”. Die hochrangige palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi sprach hingegen von einem “Beitrag für Frieden und Gerechtigkeit”. Inoffiziell spricht der Vatikan seit längerem von einem eigenständigen Staat Palästina. Bei der Reise von Franziskus vor einem Jahr ins Heilige Land zum Beispiel hatte der Vatikan in den offiziellen Reisedokumenten bereits vom “Stato di Palestina” gesprochen.