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Weltweit gibt es immer weniger feste Jobs

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Weltweit gibt es immer weniger feste Jobs

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Die Zahl sozial ungesicherter Jobs nimmt weltweit zu. Das teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) jetzt bei der Vorstellung ihres Weltarbeitsmarktberichts mit. Den Angaben zufolge haben drei Viertel aller Arbeitnehmer keine Vollzeitstelle mit festem Vertrag, sicherem Gehalt und sozialer Absicherung. Dagegen müsse die Politik etwas unternehmen, so der Generaldirektor der ILO, Guy Ryder.

“Wir und die Politik müssen uns verstärkt den Umständen zuwenden, mit denen es Teilzeitarbeiter, Leiharbeiter, Zeitarbeiter zu tun haben. Wir müssen Gesetze finden, um diese Umstände zu verbessern, und das in Übereinstimmung mit dem Gedanken der Gleichbehandlung.”

Zu den Ländern, in denen mehr als die Hälfte einen festen Vertrag haben, gehören unter anderem die Industriestaaten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben im Schnitt rund 76 Prozent der Arbeitnehmer sichere Jobs. Dagegen sind in Ländern wie China, Indien oder Niger mehr als 90 Prozent der Arbeitnehmer ohne ein gesichertes Arbeitsverhältnis. Die Tendenz dazu sei steigend, so die ILO.

Guy Ryder: “Vielleicht werden diese Themen der sozialen Gerechtigkeit, für die die ILO steht, in der Zukunft nicht in Form einer generellen Standard-Beschäftigungsform umgesetzt können, in Form von 9-to-5-Jobs mit Festverträgen, die für unsere Väter und Großväter fast eine Art Selbstverständlichkeit waren. Wir stellen hier sehr grundlegende Fragen. Und ich denke, wir können hier nicht an alten Glaubenssätzen festhalten, hier werden neue Türen aufgestoßen.”

Die Folgen solcher instabiler oder prekärer Jobs sind laut der ILO unter anderem sinkende Einkommen und wachsende Armut. Weltweit habe sich der Abstand zwischen besser bezahlten Festanstellungen und insabilen Formen der Arbeit vergrößert. Besonders bei Frauen nehme zudem der Anteil an Teilzeitarbeit immer weiter zu.