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Der Airbag als Splitterbombe - Rekord-Rückruf

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Der Airbag als Splitterbombe - Rekord-Rückruf

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Der Airbag als Splitterbombe – US-Aufsichtsbehörden, vor allem die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sind überzeugt: Diese Gefahr besteht
bei Teilen des japanischen Zulieferers Takata – und haben einen Rekord-Rückruf gestartet. Fast 34 Millionen Autos von 11 Herstellern in den USA müssen wegen des Defekts in die Werkstätten – doppelt so viele wie bisher gedacht.

Jack Nerad, Marktanalyst beim Auto-Marktforschungsunternehmen Kelley Blue Book:

“Das ist der massivste Rückruf aller Zeiten. Die Bedeutung ist riesig. Wahrscheinlich wird es Jahre dauern, bis das durchgezogen ist – 100 Prozent sind da kaum zu erreichen.”

Takata führt die Unfälle mit bisher sechs Toten – alle in Honda-Autos – auf das heiße und feuchte Wetter in US-Bundesstaaten wie Florida oder Kalifornien zurück und wurde erst nach mehr als einer Million Euro Bußgeld kooperativ. Die genaue Ursache des Defekts bisher nicht geklärt.

Allein Toyota als weltgrößter Autobauer muss
etwa fünf Millionen Wagen zurückholen, davon 1,26 Millionen in Europa und 152 940 in Deutschland. Die deutschen Autohersteller blieben bisher weitgehend verschont.

Takata produziert etwa jeden fünften Airbag weltweit und betreibt auch mehrere Werke in Deutschland. Die zum Schutz der Auto-Insassen konzipierten Luftkissen können bei einem Unfall, teilweise auch ohne Aufprall, explodieren, so dass heiße Metallteile umherfliegen.

Laut Branchenexperten dürfte der Rückruf bis zu 4,5 Milliarden Euro kosten. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte vor weiteren Kreisen: “Takata liefert an alle.”

su mit Reuters, dpa