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Finanzmarktmanipulationen: Großbanken müssen Milliarden-Dollar-Strafe zahlen

Die US-Regierung zieht fünf internationale Großbanken mit einer Milliardenstrafe für Manipulationen an den Finanzmärkten zur Rechenschaft. Neben der

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Finanzmarktmanipulationen: Großbanken müssen Milliarden-Dollar-Strafe zahlen

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Die US-Regierung zieht fünf internationale Großbanken mit einer Milliardenstrafe für Manipulationen an den Finanzmärkten zur Rechenschaft.

Meinung

Das Verhalten dieser erfahrenen Händler war ungeheuerlich

Neben der schweizerischen UBS müssen die US-Institute JPMorgan und Citigroup sowie die britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland insgesamt Strafen in Höhe von rund 5,7 Milliarden Dollar zahlen.

Die Ermittler sahen es unter anderem als erwiesen an, daß Devisenhändler der Institute durch gemeinsame Tricksereien Wechselkursentwicklungen zu ihrem Vorteil gesteuert haben.

US-Justizministerin Loretta Lynch erklärte in Washington:

“Das Verhalten dieser erfahrenen Händler, die im Namen der Banken und zur Bereicherung der Bankhäuser gehandelt haben, war systematisch und ungeheuerlich. Deshalb wollten wir alle Geldinstitute auch auf den höchsten Ebenen zur Verantwortung ziehen.”

Alle beteiligten Banken mussten sich zudem krimineller Vergehen schuldig bekennen.

Sie gestehen damit formal ein, dass unter ihren Dächern – und damit unter ihrer Aufsicht – Verbrechen wie Betrug stattgefunden haben.

Ob und inwieweit dafür Mitarbeiter strafrechtlich belangt werden, ist noch ungewiss.

Analyst Alastair McCaig kommentierte:

“Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht absehbar, wie hoch der entstandene Imageschaden tatsächlich ausfallen wird, da Anleger und Händler Schönfärberei hinsichtlich der Gesamtzahlen betreiben. In Bezug auf die einzelnen Banken sind wir meiner Meinung nach einen Schritt weiter gekommen, was einen möglichen oder zumindest vorübergehenden Schlusstrich unter diese irregulären Geschäfte und diese Indiskretionen anbelangt.”

Im Fall der UBS bezieht sich das Schuldbekenntnis allerdings auf ein anderes und älteres Verfahren, das die Bank nun wieder einholte:
illegale Absprachen bei der Festsetzung des Referenzzinses Libor, der weltweit Finanzgeschäfte in Billionenwert beeinflusst.