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Top-Banken bluten für "Das Kartell"

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Top-Banken bluten für "Das Kartell"

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US-Behörden haben der größten Schweizer Bank UBS wegen Manipulationen bei Devisen und Referenzzinsen insgesamt fast 500 Millionen Euro Strafe aufgebrummt. Sie hatte die Behörden als erste über mögliches Fehlverhalten informiert und kommt daher im Devisenskandal glimpflich davon.

Für die fünf an Devisen-Tricksereien beteiligten Banken Barclays und Royal Bank of Scotland aus Großbritannien und die US-Häuser JP Morgan und Citigroup werden nun zusammengenommen 5,1 Milliarden Euro für das US-Justizministerium und Schuldeingeständnisse fällig, dazu 1,4 Milliarden Euro für die US-Notenbank Federal Reserve.

Barclays zahlt allein insgesamt 2,2 Milliarden Euro für Zins- und Währungsmanipulationen an britische und amerikanische Behörden.

“Unsere historischen Beschlüsse (…) sind eine Botschaft, dass dieses Justizministerium all jene energisch verfolgt, die das Wirtschaftssystem zu ihren Gunsten beugen, die unsere Märkte untergraben und die sich auf Kosten der amerikanischen Verbraucher bereichern”, sagte Generalstaatsanwältin Loretta Lynch.

Die Strafen sollten auch andere Banken abschrecken, Gewinnen ohne Rücksicht auf Fairness, das Gesetz und das öffentliche Wohl nachzujagen.

Bereits im vergangenen November hatte es einen ersten großen Vergleich im Devisenskandal gegeben: Aufseher in Großbritannien, den USA und der Schweiz brummten damals sechs Geldhäusern insgesamt 3,9 Milliarden Euro Strafe auf. Einige Banken, die nun zahlen müssen, waren schon damals Teil des Vergleichs, der allerdings mit anderen Behörden geschlossen wurde.

Die Deutsche Bank hatten Aufseher in Großbritannien und den USA im April wegen Libor-Manipulation zu 2,25 Milliarden Euro Strafe verdonnert. Im Devisen-Fall sehen sich die Frankfurter nicht in der ersten Reihe, obwohl sie zu den größten Spielern auf diesem Markt zählen.

Am bisher wenig überwachten Devisenmarkt werden täglich 4,5 Billionen Euro umgesetzt Händler von Citigroup, JP Morgan, Barclays und RBS – die sich selbst als “Das Kartell” bezeichneten – nutzten nach Erkenntnissen der Ermittler einen nicht-öffentlichen Chatroom und eine verschlüsselte Sprache, um zwischen Dezember 2007 und Januar 2013 an den Kursen des US-Dollar und des Euro zu drehen. Die vier Banken bekannten sich der Manipulationen schuldig, die zu einem Zeitpunkt stattfanden, als viele Geldhäuser schon längst einen “Kulturwandel” ausgerufen hatten.

su mit Reuters