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Unmenschliche Bedingungen in Libyens Flüchtlingslagern: "Schlimmer geht es nicht"

Während die EU diskutiert, wie Flüchtlinge innerhalb der Mitgliedstaaten verteilt werden sollen, leben diejenigen, die es nicht nach Europa geschafft

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Unmenschliche Bedingungen in Libyens Flüchtlingslagern: "Schlimmer geht es nicht"

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Während die EU diskutiert, wie Flüchtlinge innerhalb der Mitgliedstaaten verteilt werden sollen, leben diejenigen, die es nicht nach Europa geschafft haben in teils unmenschlichen Bedingungen.

Meinung

Unsere Situation ist unvorstellbar schlecht. Schlimmer geht es nicht.

In einem Gefängnis in Libyen, das zum Lager für Migranten umfunktioniert wurde, berichtet ein Flüchtling aus Eritrea dem ARD-Reporter Thomas Aders von den Bedingungen: “Unsere Situation ist unvorstellbar schlecht. Schlimmer geht es nicht. Wir haben keine Decken oder Laken, wir sind uns selbst überlassen, niemand kümmert sich um uns. Wir wurden geschlagen. Wir werden behandelt wie Tiere. In diesem Gefängnis gibt es keine Menschlichkeit.”

Rund 470 Menschen sind in dem Gefängnis untergebracht. Die libysche Armee hat sie abgefangen, bevor sie mit Ziel Europa ablegen konnten. Die Boote der Schlepper sind oftmals seeuntüchtig, oft kommt es zu Unglücken. Ein Kommandant zeigt dem Reporter ein Massengrab: “190 Leichen sind hier begraben. Wir haben sie am Strand aufgelesen während einer Nacht im vergangenen Oktober. Es wurden immer mehr angeschwemmt. Es hat nicht aufgehört”.

Am Montag hatten die EU-Außenminister beschlossen, in Zukunft verstärkt gegen Schlepperbanden im Mittelmeerraum vorzugehen. Ab Juni könnte es dann in libyschen Häfen zu Militäreinsätzen kommen. Diesen Plänen hat Lybiens international anerkannte Regierung heute eine klare Absage erteilt.