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Russische Raumfahrtkrise: "Es ist eine Frage der Ehre"

Die russische Raumfahrt steckt nach Einschätzung von Experten in einer schweren Krise. Am vergangenen Samstag stürzte kurz nach dem Start eine

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Russische Raumfahrtkrise: "Es ist eine Frage der Ehre"

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Die russische Raumfahrt steckt nach Einschätzung von Experten in einer schweren Krise.

Meinung

Das Hauptproblem liegt beim Personal

Am vergangenen Samstag stürzte kurz nach dem Start eine “Proton M”-Trägerrakete mit einem mexikanischen
Satelliten an Bord ab.

Der Schaden lag Medien zufolge bei 340 Millionen Euro.

Ende April scheiterte nach der Fehlzündung einer Raketenstufe der Transport eines unbemannten Raumschiffes zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS.

Der Progress-Frachter verglühte am 8. Mai beim Eintritt in die Erdatmosphäre.

Russlands Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin sagte:

“Die Raumfahrtaktivitäten sind für Russland ein wichtiger Bestandteil der sozialökonomischen Entwicklung. Es ist eine Frage der Ehre, Russland wieder als weltweit mächtigste Raumfahrtnation zu positionieren.”

Allerdings hatte der für die Raumfahrt zuständige Vize-Regierungschef nur wenige Tage zuvor im Hinblick auf die Probleme mit den Proton-Raketen von einer “Systemkrise” gesprochen.

Für den russischen Raumfahrtexperten Konstantin Kreidenko spielt auch menschliches Versagen eine Rolle:

“Das Hauptproblem liegt in allen Bereichen und Führungsetagen beim Personal. Das beginnt bei den Entscheidungsträgern und endet bei dem Personal für die Durchführung von Raumfahrtmissionen.”

Andere Experten warnten, dass die Pannen Russlands führende Marktposition für Raumfahrtdienstleistungen gefährden könnten.

Der Raumtransporter der privaten US-Firma SpaceX bringt seit 2012 jeweils rund 2,5 Tonnen Ladung zur ISS.

Die Kapsel wird mit einer Falcon9-Trägerrakete, die ebenfalls von SpaceX entwickelt wurde, ins All geschickt.

Der Frachter wassert nach dem Abkoppeln von der ISS im Atlantik und kann wiederverwertet werden.

Die Kapsel soll künftig Astronauten zur Raumstation befördern.