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Der in einem Koffer geschmuggelte Junge darf in Spanien bleiben

Das in einem Koffer versteckte Flüchtlingskind von der Elfenbeinküste darf in Spanien bleiben. Der achtjährige Adou Ouattara sollte Anfang Mai in einem Koffer nach Spanien geschmuggelt werden. Seine E

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Der in einem Koffer geschmuggelte Junge darf in Spanien bleiben

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Das in einem Koffer versteckte Flüchtlingskind von der Elfenbeinküste darf in Spanien bleiben. Der achtjährige Adou Ouattara sollte Anfang Mai in einem Koffer nach Spanien geschmuggelt werden. Seine Eltern leben legal auf den kanarischen Inseln, für ihren Sohn erhielten sie jedoch keine Aufenthaltsgenehmigung.

Seine Mutter muss nun noch das Ergebnis eines DNA-Tests abwarten: “Er ist mein Kind, ich habe alle Dokumente hier, um das zu beweisen,” erklärt sie.

Zur Zeit ist der Junge in einem Auffanglager für Minderjährige in der spanischen Exklave Ceuta in Marokko untergebracht. Die spanischen Behörden stellten Adou nur aufgrund “außergewöhnlicher Umstände” die Aufenthaltsgenehmigung aus.
Der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz erklärte: “Ein menschliches Anliegen rechtfertigt keinen Gesetzesbruch und noch viel weniger, das Leben eines Kindes aufs Spiel zu setzen. Das müssen wir klar stellen, denn wir können ein solches illegales Verhalten nicht noch anspornen.”

Der Vater von Adou bleibt deswegen weiter im Gefängnis. Er habe den Jungen durch den Transport im Koffer gefährdet, und es bestehe Fluchtgefahr. Aber zumindest seine Mutter kann den 8-jährigen Jungen wohl bald wieder in die Arme schließen.

Die Eltern sagen, sie hätten keine andere Möglichkeit mehr gesehen. Ali Ouattara arbeitete für einen Lohn von 1300 Euro in einer Wäscherei. Vor einigen Jahren konnte er seine Frau und eine Tochter mit Hilfe eines Gesuchs zur Familienzusammenführung zu sich holen. Einen Verdienst von mindestens 1065 Euro im Monat musste er dafür nachweisen. Für jedes weitere Familienmitglied bräuchte er 266 Euro mehr. Ihm fehlen also 31 Euro monatlich, um auch Adou legal bei sich wohnen zu lassen. Dreimal stellte Ouattara einen Antrag, dreimal wurde er abgelehnt. Damit waren die gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft.