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Afrika - das neue China?

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Afrika - das neue China?

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Afrikas Volkswirtschaften wachsen in diesem Jahr 4,5 und 5 Prozent im Jahr 2016. Sie nähern sich dem Niveau vor der globalen Finanzkrise 2007, so die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB).

Und das alles trotz sinkender Öl- und Rohstoffpreise, Ebola und bewaffneter Auseinandersetzungen in mehreren Regionen. (Wachstum 2014: 3,9 Prozent). Die Lehre sei, so der AfDB-Chefökonom Steve Kayuzzi-Mugerwa, “Widerstandsfähigkeit angesichts der globalen Widrigkeiten. Und die Aussichten für das Jahr 2015 sind ziemlich gut”, sagte er über den African Economic Outlook zu Beginn des Jahrestreffens der Bank in Abidjan, Elfenbeinküste.

Afrikas Wachstumspotential sei ungleichmäßig verteilt, so der Bericht in Zusammenarbeit mit der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. Ostafrika hat mit um die 7 Prozent Zuwachs die Nase vorn, das südliche Afrika muss sich mit rund der Hälfte zufriedengeben.

Die Stärken Afrikas: Steigende Produktionskosten in Asien, hohes Verlagerungs-Potential durch Informationstechnologien. Die Landwirtschaft – Arbeitgeber Nummer eins – kann steigende Nachfrage erwarten. Sie habe sich auch in Ost- und Südostasien als ökonomischer Erfolgsfaktior erwiesen.

Die Risiken: Der Strukturwandel falle mit dem Klimawandel zusammen – mit hohen Ausfallrisiken in der Landwirtschaft und drohendem Wassermangel. Das Bevölkerungswachstum drücke einerseits auf den Arbeitsmarkt – andererseits könne ein höherer Anteil an Erwerbsbevölkerung helfen, den Sozialstaat zu finanzieren.

Die Wanderströme: 60 Prozent der Menschen südlich der Sahara seien mit den öffentlichen Diensten ihres Staates nicht zufrieden, 20% mit ihrem persönlichen Lebensstandard. Nach einer Gallup-Studie will fast jeder Dritte (29%) nichts wie weg von da, wo er gerade ist. Diese regionalen Ungleichheiten ließen auch künftig erhebliche Migrationsströmen erwarten.

Die AfDB versucht als multilateraler Kreditgeber seit gut 50 Jahren, in Afrika nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern und die Armut zu verringern.

In den Jahren vor der globalen Krise waren Afrikas Volkswirtschaften mit Raten zwischen 5 und 7 Prozent gewachsen.

Sigrid Ulrich mit Reuters