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Spionageprozess: Washington-Post Journalist Rezaian in Iran vor Gericht

In der iranischen Hauptstadt Teheran hat der Spionageprozess gegen den “Washington Post”-Korrespondenten Jason Rezaian begonnen. Der 39-Jährige wurde

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Spionageprozess: Washington-Post Journalist Rezaian in Iran vor Gericht

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In der iranischen Hauptstadt Teheran hat der Spionageprozess gegen den “Washington Post”-Korrespondenten Jason Rezaian begonnen. Der 39-Jährige wurde vor zehn Monaten festgenommen. Er sitzt seitdem im berüchtigten Evin-Gefängnis im Norden Teherans. Seiner Familie zufolge hat er rund 20 Kilo abgenommen.

Meinung

Der Prozess war bislang so undurchsichtig und so ungerecht, dass wir ziemlich besorgt sind

Die Verhandlung findet hinter verschlossenen Türen statt, auch seine Angehörigen dürfen nicht dabei sein. Sein Bruder Ali klagte: “Die Tatsache, dass es ein geheimer Prozess ist, zeigt, dass die Iraner Angst davor haben, Beweise vorlegen zu müssen. Ich glaube, sie schämen sich für die Beweise, die sie haben. Sie spielen seit zehn Monaten dieses falsche Spiel. Es ähnelt dem iranischen Justizsystem und der iranischen Regierung nicht, Dinge privat zu halten, wenn sie sie für Propagandazwecke benutzen könnten.”

Jason war mit seiner Frau, der Journalistin Yeganeh Salehi, festgenommen worden. Sie kam auf Kaution frei. Douglas Jehl, Auslandsredakteur der “Washington Post”, erklärte: “Ein Gericht, dass sich die Anschuldigungen ansieht und sich alles unvoreingenommen anhört, würde Jason und seine Frau, die auch angeklagt ist, sofort freisprechen. Es würde die beiden freilassen. Aber der Prozess war bislang so undurchsichtig und so ungerecht, dass wir ziemlich besorgt sind.”

US-Präsident Barack Obama sagte, die Vorwürfe gegen Rezaian seien vage und forderte ebenso wie Menschenrechtsgruppen seine Freilassung. Dem Journalisten drohen bis zu 20 Jahre Haft.