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"Blutdiamanten": Angolanische Justiz verurteilt kritischen Journalisten

Sein Buch über die Ab- und Hintergründe der Diamantenindustrie in Angola erregte nicht nur die Gemüter von Menschenrechtlern: Ein Gericht verurteilte

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"Blutdiamanten": Angolanische Justiz verurteilt kritischen Journalisten

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Sein Buch über die Ab- und Hintergründe der Diamantenindustrie in Angola erregte nicht nur die Gemüter von Menschenrechtlern: Ein Gericht verurteilte den prominenten angolanischen Journalisten Rafael Marques de Morais zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, weil er in seinem Buch mehrere Generäle diffamiert haben soll.

Eigentlich hatte sich Marques vor einigen Tagen außergerichtlich mit den Generälen geeinigt. Die Justiz setzte das Verfahren dennoch fort, mit der Begründung,dass es sich um eine Straftat handele.

Marques prangert grobe Menschenrechtsverletzungen in den angolanischen Minen von Bergbauunternehmen an, die auch europäische Händler mit rohen Steinen beliefern.

Sein 2011 erschienenes Buch mit dem Titel “Blutdiamanten – Korruption und Folter in Angola”, muss Marques, seiner Vereinbarung mit den Generälen nach, wieder vom Markt nehmen.

Human Rights Watch, Annesty International und andere Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Urteil heftig und werfen der seit 1975 amtierenden Regierung zunehmende Gängelung von Journalisten und Aktivisten vor.