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Festnahmen und Durchsuchungen: Bestechungsvorwürfe erschüttern die FIFA

Festnahmen und Durchsuchungen: Die FIFA hatte sich diese Woche anders vorgestellt. Zwei Ermittlungen laufen jetzt rund um den Fußballweltverband: So

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Festnahmen und Durchsuchungen: Bestechungsvorwürfe erschüttern die FIFA

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Festnahmen und Durchsuchungen: Die FIFA hatte sich diese Woche anders vorgestellt.

Zwei Ermittlungen laufen jetzt rund um den Fußballweltverband: So interessieren sich die USΑ für Vorwürfe wie Bestechung, Steuerbetrug und Geldwäsche.

Diese Vorwürfe konzentrieren sich auf den Fußball in Nord-, Mittel- und Südamerika
und auf Turniere, die dort seit Anfang der Neunziger ausgetragen wurden.

Vor allem wird gegen neun hohe jetzige und ehemalige FIFA-Vertreter ermittelt, die
allesamt auch höchste Positionen in ihren amerikanischen Heimatverbänden haben oder hatten.

Auch die schweizerische Bundesanwaltschaft ermittelt, aber vorerst gegen unbekannt und noch einmal aus anderem Grund.

Das Strafverfahren in der Schweiz dreht sich um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften für 2018 in Russland und 2022 in Katar.

Bei dem Fall in den USA dagegen geht es um Amtshilfe für die Ermittler in den USA, wegen der Vergabe von Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechten für Fußballturniere in den USA und in Lateinamerika.

Hier ist es das Bundesamt für Justiz, das diese Strafuntersuchung im Rahmen der internationalen Rechtshilfe unterstützt; es entscheidet über Auslieferungs- und Rechtshilfeersuchen.

Dass die Ermittlungen in den USA sich derart prominent in die Schweiz ausdehnen, hat einen einfachen Grund.

Alle hohen Funktionäre sind gerade in Zürich, wo heute der FIFA-Kongress beginnt.
Für die Festnahmen gestern früh waren sie dort daher praktisch an einem Ort versammelt.

Sieben hohe FIFA-Vertreter – darunter zwei Vizepräsidenten – sitzen nun in der Schweiz in Auslieferungshaft, weil die USA sie haben wollen.

Nicht betroffen ist bisher FIFA-Präsident Joseph Blatter, der sich von den Vorwürfen distanziert und mitteilt, solches Verhalten habe im Fußball keinen Platz.

Die Aktion der Bundesanwaltschaft, so Blatter weiter, sei in Gang gekommen, als die FIFA selbst letztes Jahr ein Dossier an die Behörden übergeben habe.

Die FIFA-Ethikkommission sperrte elf Personen vorerst für jede nationale und internationale Tätigkeit im Fussball, darunter die Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo.

Der Verband will nun seinen Kongress heute und morgen in Zürich wie geplant abhalten, der mit einer weiteren Wiederwahl des 79-jährigen Blatter enden soll.