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"Das Schlimmste war zu sehen, wie ein Mensch starb" - Heysel, 30 Jahre danach: Augenzeugen berichten

Das Brüsseler Heysel-Stadion vor 30 Jahren: Beim Europapokal-Endspiel greifen Anhänger des FC Liverpool noch vor Anpfiff die Fans von Juventus Turin

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"Das Schlimmste war zu sehen, wie ein Mensch starb" - Heysel, 30 Jahre danach: Augenzeugen berichten

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Das Brüsseler Heysel-Stadion vor 30 Jahren: Beim Europapokal-Endspiel greifen Anhänger des FC Liverpool noch vor Anpfiff die Fans von Juventus Turin an. Diese versuchen zu fliehen und werden unter der zusammenbrechenden Stadionmauer begraben oder totgetrampelt. 39 Menschen sterben, mehr als 500 werden verletzt. Das Spiel wird trotzdem angepfiffen. Juventus-Torhüter Stefano Tacconi erinnert sich:

Meinung

Dieses Spiel hätte nie in diesem Stadion gespielt werden dürfen, denn es war absolut nicht dafür geeignet.

“Wir waren in der Umkleidekabine und wussten nicht genau, was passiert war, aber wir wussten, dass es Tote gab. Einige haben erzählt, eins, zwei, vier, fünf oder sechs Tote, aber wir wussten es nicht genau. Nach dem Spiel haben wir dann die genaue Zahl erfahren. Wir Spieler wurden viel kritisiert dafür, dass wir den Sieg gefeiert haben, aber wir wurden von der UEFA und den Belgiern auch dazu gezwungen, mit den Juventus-Fans zu feiern, um zu vermeiden, dass sie das Stadion zur gleichen Zeit wie die Liverpool-Fans verlassen.”

Am Jahrestag wurde in dem mittlerweile neu gebauten Stadion an die Katastrophe erinnert. Die meisten Opfer waren Juventus-Anhänger. 30 Jahre danach ist die Erinnerung für die Augenzeugen noch frisch: “Das Schlimmste, was ich gesehen habe, war, wie ein Mensch starb, noch nie zuvor hatte ich einen Menschen sterben gesehen, vielleicht eine Leiche, aber zu sehen, wie jemand stirbt, das ist das Allerschlimmste. Ich kann mich auch daran erinnern, dass eine 16-Jährige gestorben ist, wie ihr Körper auf dem Boden lag.”

“Dieses Spiel hätte nie in diesem Stadion gespielt werden dürfen, denn es war absolut nicht dafür geeignet”, so Fabrizio Landini, dessen Onkel in Heysel starb. “Es war baufällig, es bröckelte, es gab zu wenig Sicherheitsvorrichtungen, zu wenig Polizei und Ordner.”

Tatsächlich hatte zum Beispiel der Liverpool-Chef einen anderen Spielort gefordert. Heysel gilt heute als Katastrophe mit Ansage – und als einer der schwärzesten Momente des Fußballs.